Jahreshauptversammlung 2020

12.09.2020 - 10:00 Uhr

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 2020 wurde auf den 12. September verschoben. Beginn ist 10:00 Uhr im Historischen Museum in Frankfurt am Main.

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 2020 wurde auf den 12. September verschoben. Beginn ist 10:00 Uhr im Historischen Museum in Frankfurt am Main.

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Studienreise verschoben

07.04.2020

GIG-Studienreise 2020 nach Metz und Lothringen

 

 

Liebe Mitglieder der Reisegruppe der GIG,

 

Ein kleines Virus durchkreuzt weltweit alle Reisepläne, leider ist auch unsere geplante Studienreise davon betroffen. Derzeit sind alle touristischen Reisen in Deutschland verboten, die Entwicklung in den nächsten Monaten ist nicht absehbar. Unser Reiseziel Metz und Lothringen ist in Frankreich ein besonders stark betroffenes Risikogebiet. Ob im Juni 2020 ein gefahrloser Besuch wieder möglich wäre, ist völlig ungewiss. Die Gesundheit unserer Mitglieder hat höchste Priorität. Zur Vermeidung von Stornokosten ist bis Ende März eine Entscheidung nötig.  Gesundheitliche und finanzielle Risiken müssen ausgeschlossen werden, deshalb kann die geplante Reise leider nicht zum vorgesehenen Termin durchgeführt werden. Es ist das erste Mal, dass höhere Gewalt eine GIG-Studienreise verhindert. Für das  kommende Jahr  soll ein neuer Reisetermin gesucht werden, der in den Geldgeschichtlichen Nachrichten frühzeitig abgedruckt wird. Die geleisteten Anzahlungen werden zurückgezahlt. Die Entscheidung, die Reise ins Jahr 2021 zu verschieben, ist uns nicht leicht gefallen, sie ist aber angesichts der Lage nicht vermeidbar. Mit den besten Grüßen und dem Wunsch „bleiben Sie gesund“ Ihre

 

Georg Sänger und Christian Huschka

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Jahresversammlung verschoben

16.03.2020

Lieber Mitglieder,

wir haben uns entschlossen, wegen der Corona-Krise die GIG-Jahresversammlung auf einen noch festzulegenden Termin im Herbst zu verschieben. Der neue Termin wird hier und in den Geldgeschichtlichen Nachrichten rechtzeitig bekanntgegeben. Wir bitten Sie, dies auch befreundeten Sammlern mitzuteilen. Die Teilnehmer der GIG-Studienreise nach Lothringen werden bis spätestens Ende des Monats informiert, ob diese, was nach gegenwärtigem Stand zu erwarten ist, ebenfalls verschoben wird.

Mit den besten Wünschen, vor allem für Ihre Gesundheit,

Monika Kotzek und Christian Stoess

Falls Sie per E-Mail über den neuen Termin für die Jahresversammlung informiert werden möchten, teilen Sie dies bitte der Geschäftsstelle mit.

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Frankfurt und Hessen im monetären mittelalterlichen Transit

Frankfurt und Hessen im monetären mittelalterlichen Transit

16.-18.11.2018

Die Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte (GIG) veranstaltete ein international besetztes Symposium 600 Jahre, nachdem in Frankfurt, am 5. August 1418, Kaiser Sigismund eine Prägeanstalt für Goldmünzen einrichten ließ.Und vom 16. bis 18. November 2018 war genau diese Frankfurter Goldprägung eines der Themen einer wissenschaftlichen Tagung in Historischen Museum Frankfurt. Unter dem Titel „Frankfurt und Hessen im monetären mittelalterlichen Transit“ wurde ausschließlich die hessische und Frankfurter Münz- und Geldgeschichte behandelt, und zwar im Rahmen der europäischen Geldwirtschaft dieser Zeit. Idee und Initiative zu diesem Symposium kamen von Roland Diry, einem langjährigen Mitglied der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte.

Das Symposium unterlag einer selbstgewählten Einschränkung. Geographisch waren Hessen und die angrenzenden Regionen das Thema und chronologisch beschränkte sich die Tagung ausschließlich auf die mittelalterliche Münzprägung und Geldgeschichte. 25 Referenten aus sieben Ländern (Russland; Estland; Schweden; Niederlande; Österreich; Großbritannien, Deutschland) hielten einen Vortrag. Die Vorträge waren in Sektionen zusammengefasst und nach jeder Sektion blieb viel Zeit, um das Gehörte zu diskutieren. So konnten über die den Inhalt der Vorträge hinaus weitere Aspekte hinzugefügt werden.

Die Veranstalter waren die Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte in Person von Präsident Christian Stoess mit Unterstützung der Frankfurter Numismatische Gesellschaft mit Frank Berger als Vorsitzendem. Dieser ermöglichte die Durchführung im neu eröffneten Historische Museum Frankfurt mit allen räumlichen und technischen Rahmenbedingungen.

Die finanzielle Unterstützung kam an erster Stelle vom Kulturfonds Frankfurt/ RheinMain mit seinem Geschäftsführer Dr. Helmut Müller und seiner Stellvertreterin Dr. Julia Cloot. Eine weitere Zuwendung kam von Christoph Raab vom Auktionshaus Dr. Busso Peus Nachf. In nicht unerheblichem Umfang hat sich ein einzelner Münzsammler privat finanziell engagiert.

Thematisch hat sich das Symposium strikt an den Zeitraum von 500 bis 1500 gehalten, wobei die Vorträge in der zeitlichen Abfolge gehalten wurden. Es begann also am 16.11. um 13.30 Uhr mit den Münzen des 6. Jahrhunderts in Hessen und endete am 18.11. um 12.15 mit Wolfgang Dobras (Stadtarchiv Mainz) und der Münzstätte Mainz als Spiegel politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche im 15. Jahrhundert. Es gelang allen Teilnehmers, innerhalb von 30 Minuten ihre Thematik präzise und verständlich darzulegen. Nach jeder Sektion von meist drei Vorträgen wurde immer lebhaft diskutiert. Die Publikation der Vorträge wird in den „Berliner Numismatischen Forschungen“ vorgenommen. Die Veranstalter haben vorgesehen, innerhalb eines Jahres den Band der Tagung fertig zu stellen.

Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn diente die Tagung auch dem Kennenlernen und dem persönlichen Austausch. Dies förderten die Kaffeepausen und ein Mittagessen mit angelieferter Suppe. Frau Monika Cordero hat dieses Symposium perfekt organisiert, gemeinsam mit der Familie Diry und Monika Kotzek (GIG). Abends gab es am ersten Tag einen kleinen Empfang mit Wein und Brezeln und samstags eine gemeinsame Einkehr in die nahe gelegene „Weinstube im Römer“.

Die thematische Anordnung folgte den vier üblichen monetären Epochen des Mittelalters: Merowinger und Karolingerzeit, die ottonisch-salische Zeit, die Stauferzeit und die Zeit der Hohlpfennige, Groschen und Gulden.

Unter der strengen Sektionsleitung von Bernd Kluge stellte Frank Berger münzähnliche Stücke aus dem Gräberfeld von Frankfurt–Harheim von ca. 500 bis 580 nach Chr. vor. Arent Pol schloss sich chronologisch an mit einer Skizze zu den Goldmünzen der Merowingerzeit am Mittelrhein. Simon Coupland behandelte das gleiche Gebiet für die Karolingerzeit. Es folgte in der Chronologie Peter Ilisch mit westfälischen Einflüssen auf die hessische Münzprägung des Mittelalters. Ivar Leimus trug dazu die in Estland gefundenen Stücke aus Fritzlar, Fulda, Hersfeld und Eschwege bei. Zum Bedauern vieler Teilnehmer musste der Beitrag von Michael Matzke zu leichten und schweren Pfennigen am Mittelrhein wegen Verhinderung des Referenten ausfallen.

Der Schwerpunk des Symposiums lag in der Stauferzeit. Darin waren die zweiseitigen Pfennige und die Brakteaten gleichwertige Themen, zumal sie ja zeitweise nebeneinander in Hessen und Frankfurt präsent waren. Den Fund von Chotin behandelten nacheinander und unter unterschiedlichem Blickpunkt Bernd Kluge und Kirill Tschernyschow. Jan-Erik Becker beschrieb die Wanderung der Innovation „Brakteat“ als monetärer Sonderform vom mitteldeutschen in den hessischen Raum. Roger Svensson (Stockholm) behandelte aus der Sicht des Wirtschaftshistorikers das Umfeld der Münzverrufung in Nordhessen, der Wetterau und Thüringen in der Brakteatenzeit. Im Anschluß daran stellte Stefan Roth dar, in welchem Zeitraum die Kasseler Brakteaten der Landgrafen von Thüringen verrufen wurden. Ulrich Klein beschrieb die ca. 120 „hessischen“ Gepräge des über 8000 Münzen umfassenden Barbarossa-Fundes. Roland Diry legte neues Bildmaterial vor, um die Forschungslücken von Hessen und angrenzender Gebiete im 12. Jahrhundert zu belegen. Er bezog sich darin auf Lorsch/ Weinheim, Mainz, das Mittelrhein-Gebiet, die Wetterau und Nordhessen mit den Münzstätten Fritzlar, Hersfeld, Fulda, Eschwege und dem osthessischen Brakteatengebiet. Zusammen mit Ulrich Klein stellte er einen die Beischläge zu den Pfennigtypen II bis IV. des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg mit den Inschriften „Pacis Mater“ und „Caput Mundi“ vor. Generell durchzog den zweiten Tagungstag die Problematik „schwerer Pfennig – leichter Pfennig“.

Eine Einzelstudie lieferte Christian Stoess zu Münzstätte der Reichsburg Kalsmunt/ Wetzlar, deren Münzen nur aus dem nahegelegenen Schatz von Nauborn bekannt sind. Die leichten Pfennige von Kalsmunt datieren in die Zeit Friedrich Barbarossas, neben königlichen sind auch dynastische Gepräge überliefert. Oleg Trostyanskiy (Cheboksary, Russland) behandelte die Münzen von Fritzlar im 12 Jahrhundert, von denen sogar Exemplare im 2007 entdeckten Schatzfund von Perm vorkommen. Ralf Fischer zu Cramburg suchte auf der Basis einer Vereinbarung des Jahres 1195 zwischen dem Bischof von Worms und dem Grafen von Nassau über die Einrichtung einer Münzstätte in Weilburg nach Münzen, die ebendiesem Vertrag zuzuordnen sind.

Eingebunden wurde die Betrachtung der Stauferzeit in übergreifende Vorträge. Alexandra Hylla (Salzburg) verband die mittelalterliche Münzprägung mit kunsthandwerklichen Darstellungen. Bildinhalte vieler Exemplare zeigen eine direkte Parallele zum Kunstschaffen ihrer Zeit. Stefan Kötz (Münster) arbeitete die besondere „Transfer“-Situation des hessischen Raumes vom späten vom 8. bis frühen 12. Jahrhundert heraus. Dabei beobachtete er einen Wandel von einer monetären Peripheriesituation im 10. und 11. Jahrhundert hin zu einer Monetarisierung des Wirtschaftslebens im 12. Jahrhundert. Unmittelbar daran schloss sich die Analyse hessischer Münzfunde von 1130 bis 1270 durch Johannes Hartner (Wien) an, die bis zum Vordringen des Hellers in den hessischen Raum reichte. Sebastian Steinbach arbeitete die wirtschaftshistorischen Dimensionen des hessischen Transitraums der Stauferzeit in methodisch überzeugender Weise heraus.

Das Spätmittelalter war mit Hubert Emmerig, Thomas Arnold, Konrad Schneider, Karl Weisenstein und Wolfgang Dobras überzeugend vertreten. Hier gerieten die schriftlichen Nachrichten zur Münzprägung in den Blick. Hubert Emmerig analysierte den Münzvertrag von 1362 für die Münzstätten Miltenberg, Lauf und Amberg und sah darin das Vordringen der rheinischen Währung in den fränkischen und oberpfälzischen Raum. Thomas Arnold stellte drei bemerkenswerte Hohlpfennigtypen des 15. Jahrhunderts aus dem nordhessischen Raum vor. Konrad Schneider thematisierte die Lücke von Norm und Realität rheinischer Goldgulden zwischen 1400 und 1450. Karl Weisenstein thematisierte unser Jubiläum, den Beginn der Goldprägung in Frankfurt vor 600 Jahren. Wolfgang Dobras schätzte sich glücklich, dass die Münzstätte Mainz bei allen Vorträgen des Symposiums eine gewichtige Rolle spielte, ja geradezu im Mittelpunkt der Thematik stand und setzte mit seinem Vortrag über die Mainzer Prägungen des 15. Jahrhunderts den würdigen Schlusspunkt unter die Veranstaltung, die gut 100 Teilnehmer zusammengeführt hatte.

Mit dem von der GIG organisierten Symposium hat die Numismatik des Raumes von Mittelrhein und Hessen einen großen Schritt nach vorne gemacht. Rückblickend handelte es sich um eine Bestandsaufnahme zur hessischen Numismatik des Mittelalters. Vorausblickend wies das Symposium den Weg in künftige Themenfelder der hessischen Münzgeschichte. Andere Regionen Deutschlands, so die Meinung vieler Teilnehmer und Besucher des Symposiums, bedürften ebenfalls einmal einer solchen Bestandsaufnahme.

C. Stoess, R. Diry, F. Berger

 

Gruppenbild, von links: Roland Diry, Kirill Tschernyschow, Hubert Emmerig, Arent Pol, Peter Ilisch, Ralf Fischer zu Cramburg, Stefan Roth, Karl Weisenstein, Simon Coupland, Stefan Kötz, Sebastian Steinbach, Christian Stoess, Frank Berger, Wolfgang Dobras, Roger Svensson, Bernd Kluge (verdeckt), Alexandra Hylla, Ulrich Klein, Ivar Leimus, Johannes Hartner, Jan Erik Becker. Es fehlen: Oleg und Anastasia Trostyanskyi; Hendrik Mäkeler; Thomas Arnold.

Foto: Simon Albert

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Ihr Manuskript für die Geldgeschichtlichen Nachrichten

Ihr Manuskript für die Geldgeschichtlichen Nachrichten

24.08.2017

Hinweise für unsere Autoren

Sie möchten in den Geldgeschichtlichen Nachrichten publizieren? Unsere Chrefredakteurin Dr. Alexa Küter hat einen Leitfaden für die äußere Gestaltung Ihres Manuskripts zusammengestellt. Ergänzt wird dieser durch zwei beispielhafte Manuskripte. Den Leitfaden finden Sie hier.

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50-Jahrfeier der GIG

50-Jahrfeier der GIG

26.06.2015

Am Freitag, dem 26. Juni um 18.00 Uhr trafen sich über 100 Mitglieder, Freunde und Gäste im Sonnemannsaal des Historischen Museums. Nach zwangloser Begegnung der Anwesenden eröffnete der Präsident die Feier und schilderte die Veränderungen der numismatischen Landschaft in den letzten fünf Jahrzehnten, die Verlagerung des Geschäfts von klassischen Münzhändlern und Tauschtreffen der Sammler zu anonymen Internetforen. Mit den veränderten Handelsgewohnheiten und der Entwicklung der wissenschaftlichen Numismatik hatte sich auch die am gleichen Tag in Frankfurt zusammengetretene Numismatische Kommission der Länder befasst. Weitere Punkte wurden diskutiert, so das Schatzregal und das beabsichtigte Gesetz über den Kulturgüterschutz, das in der vorliegenden Form weitreichende Folgen für die Sammler hätte. Der Präsident dankte den versammelten Ehrenpreisträgern unserer Gesellschaft und den Mitgliedern der Numismatischen Kommission für ihre Kritik und Anregungen.

Die Glückwünsche der Deutschen Numismatischen Gesellschaft überbrachte deren Vorsitzender Kristian Nicol Worbs. Er plädierte für eine engere Zusammenarbeit beider Gesellschaften in Zeiten politischen Gegenwinds und forderte auch den Schulterschluss von Wissenschaft und den Vereinigungen der Sammler.

Die Glückwünsche der Numismatischen Kommission der Länder überbrachte der Leiter der Staatlichen Münzsammlung  München, Dr. Dietrich Klose. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen sind die Numismatikerstellen an Museen und Hochschulen stets bedroht; Einsparungen drohen die wissenschaftliche Numismatik zu verdrängen, derzeit gibt es in Deutschland nur noch 25 ½ Numismatikerstellen. Diese Abwertung bedroht die Numismatik in ihrer historischen Bedeutung; diesem Trend müssen sich auch die Sammler durch ihre Verbände entgegen stellen. Die Numismatische Kommission verleiht daher zur Nachwuchsförderung den Walter-Hävernick-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler; Preisträger 2015 ist Stefan Roth aus Göttingen. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Dr. Rolf Wiechmann, Hamburg, der die Arbeit als vorbildhaft würdigte. Der Preisträger wurde 1975 geboren und absolvierte zunächst eine Banklehre. Nach seinem Wehrdienst erwarb er auf dem zweiten Bildungsweg  das Abitur und studierte Mittlere und Neuere Geschichte; das Studium schloss er mit der Magisterprüfung ab. Seit 2011 arbeit er im Museum Göttingen, inzwischen liegt seine Dissertation vor. Das Thema der Dissertation lautet „Geldgeschichte und Münzpolitik im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg im Spätmittelalter“; es behandelt die Zeit von 1235 bis 1501/02. Wissenschaftlern und Sammlern wird nach dem Erscheinen ein Standardwerk für diese Zeit zur Verfügung stehen.

Anschließend erteilte der Präsident das Wort an Dr. Ursula Kampmann; ihr Vortrag lautete Numismatica, quo vadis. Zu diesem Thema ist in den GN Heft 279/280 bereits ein Beitrag der Referentin erschienen; in Frankfurt hatte sie Gelegenheit, ihre Position der Versammlung zu erläutern.

Zunächst forderte die Referentin einen neuen Weg des Münzhandels für die Zukunft, junge Sammler sind meist reifere Herren, Nachwuchs gibt es aber genug, wie die steigende Zahl der Münzkäufer zeigt, die Bedürfnisse haben sich aber deutlich verändert. Um wirklich junge Sammler anzuziehen, muss der Handel attraktiver werden und sich den Einkaufsgewohnheiten jugendlicher Interessenten anpassen. Der Weg geht weg vom Lager hin zu online-Auktionen, die zunehmend international genutzt werden. Kannte der Händler bisher seine langjährigen Kunden in der Regel persönlich, treten heute unbekannte Käufer aus den unterschiedlichsten, oft weit entfernten Ländern, in den Auktionen im Netz auf. Sprachkenntnisse werden im Münzhandel entscheidend, um ausländische Kunden als Stammkunden zu gewinnen. Die Referentin wies darauf hin, das im Zeichen der „Geiz ist geil“-Mentalität und eBay die traditionellen kleinen Münzhändler immer größere Schwierigkeiten haben, sich zu halten. Wenn sich das nicht ändern sollte, könnte in Zukunft diese Form des Münzhandels wegfallen, und das wäre schade. Es entfiele damit der vertraute Münzhändler als Filter eines seriösen Angebots; Service und Garantie entfallen daher, der Käufer trägt das Risiko von Fälschungen, Mängeln und Fehlzuschreibungen allein. 

Für alle Fehlentwicklungen am  Antiquitätenmarkt, wozu auch Münzen und Medaillen zählen, macht der Gesetzgeber derzeit die Händler als Sündenböcke ausfindig. Angestrebt wird eine staatliche Kontrolle, der allmächtige und alles regelnde Übervater wird in der Öffentlichkeit derzeit weitgehend akzeptiert. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) leistet eifrige Lobbyarbeit, eine Regelung im eigenen Sinn, d. h. staatlicher Oberaufsicht und Kontrolle, sowie eines weitgehenden Handelsverbots für Antiken durchzusetzen. Gelegentlich sind öffentliche Einrichtungen nicht immer die besten Bewahrer von Kulturgut; das Kölner Stadtarchiv stürzte in die Baugrube der Untergrundbahn, die Ausgrabungen von Pompeji verkommen ungeschützt vor Wind und Wetter und die Überreste der bedeutenden antiken Stadt Zeugma wurden bei einem Staudammbau bedenkenlos den Fluten geopfert. Das Problem sei die überragende Bedeutung des finanziellen Faktors. Infrastrukturprojekte und fehlende staatliche Mittel seien eine wesentlich größere Bedrohung für das nationale Kulturgut als jeder Raubgräber. Durch vielfache Streichung von Arbeitsplätzen für Berufsnumismatiker an Hochschulen und Museen ist Forschungsarbeit in Deutschland nur noch bedingt möglich. Händler, Verbände und Sammler haben in der Vergangenheit ihre Positionen nicht hinreichend wirksam geltend gemacht, der Staat hat kein Monopol auf Kulturgüter! Die als Begründung herangezogene Behauptung, illegaler Antikenhandel finanziere Terrormilizen, ist nicht verifizierbar, Interpol kann keinen einzigen solchen Fall benennen! Unrichtige Behauptungen werden auch durch beständige Wiederholung nicht überzeugender.

Derzeit produzieren unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit viele Münzstätten als Pseudomünzen getarnte Lifestyleprodukte. Der Zwang zum Profit erfand die Nominalmedaille, die als Münze getarnt wird, natürlich nie im Geldverkehr auftaucht. Diese Erzeugnisse sind technisch ausgereift, werden ihren Käufern aber häufig beim Versuch eines Wiederverkaufs wenig Freude bereiten; die Folge sind dann laute Klagen über die Raffgier der Händler. Die vorgetragenen Thesen bildeten die Grundlage für eine lebhafte, notwendige und umfassende Diskussion.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abendessen in den nahegelegenen Ratsweinstuben; hier war Gelegenheit, über die vorgetragenen Aussagen und Ansichten von Frau Dr. Kampmann ausgiebig zu diskutieren. Am folgenden Morgen, Samstag, dem 27. Juni, konnte der Präsident um 10.00 Uhr die Versammlungsteilnehmer wieder im Historischen Museum begrüßen.

Den ersten Vortrag hielt Frau Dr. Ute Wartenberg Kagan aus New York; ihr Thema lautete „Griechisch oder persisch: Eine neue Münzstätte in archaischer oder klassischer Zeit?“ Dieser Vortrag erscheint als eigener Beitrag der Referentin in den GN.

Danach trat Prof. Dr. Bernd Kluge, Berlin, ans Rednerpult; sein Thema lautete „Akkerman, Ein Schatzfund deutscher Brakteaten der Kreuzfahrerzeit aus Bessarabien und die deutsche Brakteatenprägung um 1200“.

Der 1889 in der Stadt Akkerman an der Schwarzmeerküste (heute Bilhorod-Dnistrowskij in der Ukraine) aufgetauchte Brakteatenschatz ist größtenteils in das Münzkabinett der Eremitage in Petersburg gelangt, ein Teil aber schon damals abgezweigt worden. Aus diesem Teil führen Spuren in die Sammlung des Generals von Graba und in die Münzkabinette Berlin und München. 1901 konnte Eduard Fiala in Petersburg einen beträchtlichen Teil der in die Eremitage gelangten Münzen für die „Münzen- und Medaillensammlung des Herzogs von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg“ (Welfensammlung) kaufen und veröffentlichte auf dieser Basis 1910 eine  sehr allgemeine Fundübersicht. 1926 sind im Zuge einer Sammlungsbereinigung in der Welfensammlung die von Fiala erworbenen Brakteaten des Akkerman-Fundes großenteils als Nachtrag zum Fund von Seega über Heinrich Buchenau in das Münzkabinett Berlin verkauft worden. Kleinere Anteile sind in die Staatliche Münzsammlung München, das Hessische Landesmuseum Kassel und in den Münzhandel gelangt. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil ist aber in der Welfensammlung verblieben und befindet sich heute im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Der Petersburger Anteil des Fundes ist 1963 durch Vsevolod Potin in knapper Form und russischer Sprache veröffentlicht worden. Die noch laufende Gesamtrekonstruktion des Fundes führt in verschiedene Überlieferungsstränge zusammen (Eremitage St. Petersburg, Welfensammlung / Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Slg. Graba, Münzkabinette Berlin und München, Hessisches Landesmuseum Kassel u. a.) Sie wird zeigen, dass der Fund Akkerman neben dem Fund von Seega der größte und typenreichste Fund deutscher Brakteaten ist. Er gehört mit dem Fundabschluss um 1215 fast vollständig in die dritte Brakteatengeneration und bietet mit gut 420 verschiedenen Typen einen nahezu vollständigen Querschnitt aller damals aktiven mitteldeutschen Brakteatenmünzstätten. Er dürfte das Vermögen eines aus Mitteldeutschland, am ehesten aus dem Raum Halberstadt / Quedlinburg stammenden Kreuzfahrers oder einer Kreuzfahrergruppe gewesen sein, die auf dem Balkan aufgerieben oder abgedrängt wurde. Ihr Schatz ist dann im bessarabischen Dnjestrgebiet vergraben worden – ob von den Eigentümern oder ihren Besiegern bleibt offen. Knapp 700 Jahre später gelangte Archip Osartschuk aus Chotin in den Besitz dieser Kreuzfahrerbeute und hat sie im Schwarzmeerzentrum Akkerman verkauft.

Zur Mittagspause wurden die Mitglieder und Gäste zu einem reichhaltigen Buffet im Gewölbekeller des Museums geladen. In zwanglosem Rahmen ergaben sich hier zahlreiche Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch. Anschließend führte Dr. Frank Berger die Nichtmitglieder durch das Historische Museum; im Anschluss konnten die mitgereisten Ehefrauen unserer Mitglieder eine Schifffahrt auf dem Main antreten und Frankfurt so von einer weniger bekannten Seite ansehen. Für unsere Mitglieder begann die Jahreshauptversammlung. Der Präsident konnte 77 aus ganz Deutschland angereiste Mitglieder der Gesellschaft begrüßen, die Versammlung war damit beschlussfähig. Der Präsident berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr. Zunächst gedachte die Versammlung der verstorbenen Mitglieder, darunter des letzten überlebenden Gründungsmitglieds, Heinrich Lehne. Die Arbeit der Geschäftsstelle läuft reibungslos; auch der Übergang der Chefredaktion der Zeitschrift GN vom alten Chefredakteur Marc Philipp Wahl auf den neuen Chefredakteur Martin Baer, wie auch sein Vorgänger vom Institut für Numismatik der Universität Wien, verlief unproblematisch. Bedingt durch die Altersstruktur verminderte sich die Mitgliederzahl auch im abgelaufenen Jahr. Der Kassenverlust im Jahr 2014 konnte durch Zugriff auf die Rücklagen ausgeglichen werden. Der Beitrag soll nicht erhöht, die Werbung neuer Mitglieder dafür verstärkt werden. Ein Geschenkabonnement der Zeitschrift GN soll im Herbst Firmen als Kundengeschenk angeboten werden, auch dadurch erhoffen wir neue Kontakte für Mitgliedschaften. Die Zinserträge unserer Rücklagen sind, bedingt durch das niedrige Zinsniveau, leider stark gesunken.  

Es folgten die Berichte des Schatzmeisters und der Prüfbericht der Kassenprüfer, die eine fehlerlose Arbeit bescheinigten. Dem Vorstand wurde in der anschließenden Abstimmung von der Versammlung mit 71 Stimmen bei 6 Enthaltungen ohne Gegenstimmen Entlastung erteilt. Als unabhängige Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2015 wurden ohne Gegenstimmen bei 2 Enthaltungen die Herren Töppel und Kaiser benannt, beide nahmen die Aufgabe dankenswerterweise an.

Es folgte der Vortrag von Dr. Robert Lehmann, Hannover. Sein Thema lautete „Die Münze als interdisziplinäre Quelle“. Auch dieser Vortrag erscheint als eigener Artikel des Referenten in den GN.

Den letzten Vortrag hielt Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha; sein Thema lautete „Auf dem schweren Weg zur Einheit Deutschlands. Die Währungsreform 1948 in ihren politischen, numismatischen und philatelistischen Wechselwirkungen“. Zum gleichen Thema war bereits in den GN 279/280 ein Beitrag des Autors erschienen; während darin vornehmlich die Zahlungsmittel behandelt wurden, erläuterte der Referent nun die Folgen für die Deutsche Reichspost in den vier Besatzungszonen. Das Währungsduell der Alliierten führte zur Trennung der Währungsgebiete, die erst mit der Wiedervereinigung 1989 aufgehoben wurde. Der alliierte Kontrollrat tagte im Gebäude des Preußischen Kammergerichts in Berlin, in dem zeitweilig auch der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler getagt hatte. Dieses große Gebäude hatte den Krieg ohne größere Schäden überstanden. Die Alliierte Militärbehörde gab neue Banknoten von ½  bis 1000 Mark heraus, die auf Pfennig lautenden Münzen blieben dagegen weiter im Umlauf. Münzen zu 1, 5 und 10 Reichspfennig wurden mit gleicher Gestaltung, aber ohne Hakenkreuz, in den Münzstätten in Ost- und Westdeutschland neu geprägt.

Die unterschiedlichen politischen Ziele in den verschiedenen Besatzungszonen führten zu komplexen und vielschichtigen Problemen. Die Sowjetseite unterband alle Aktionen der Westmächte, die ihren Interessen zuwider liefen; umgekehrt behinderten die diese alle Aktionen der sowjetischen Seite, die Zensur war wachsam. 1948/49 wurde von den USA das ERP-Programm aufgelegt, besser unter dem Namen Marshallplan bekannt; 12,4 Mrd. Dollar sollten die kriegszerstörte Wirtschaft in Europa wieder leistungsfähig machen. Die Hautprofiteure waren Großbritannien und Frankreich, jedoch sollte auch Deutschland einen erheblichen Betrag erhalten. Nachdem keine einheitlichen Regelungen für die Zukunft in allen Besatzungszonen zustande kamen, brachte die Währungsreform vom 20. Juni 1948 eine Trennung der Währungsgebiete; in Westdeutschland galt nun die Deutsche Mark (DM). Ein Kopfgeld von 40 DM und eine weitere Summe von 20 DM zu einem späteren Zeitpunkt wurde ausgegeben, auf Reichsmark lautende Guthaben 1:10 abgewertet.

Die sowjetische Seite zeigte sich durch die einseitige Währungsumstellung überrascht und protestierte, insgeheim war die Maßnahme dem Nachrichtendienst natürlich längst bekannt. Die zwangsläufige Folge war eine ähnliche Währungsreform einige Tage später in der SBZ, damit war die Reichsmark in allen vier Besatzungszonen ungültig. Neue Banknoten herzustellen benötige eine gewisse Zeit; daher erhielten alte Reichsbanknoten in der SBZ als Kennzeichen ihrer Umstellung auf die neue Währung einen Kupon, Kuponmark genannt, der wegen der geringen Qualität des verwendeten Leims aber schlecht hielt, eine typische Notlösung.

Als Ersatz für die älteren Briefmarken des untergegangenen Deutschen Reichs wurden zunächst auf Befehl des Kontrollrats einheitliche Ausgaben für die Deutsche Post erstellt, die zunächst nur Ziffern trugen. Eine folgende Ausgabe zeigte Handwerker und Bauern bei der Arbeit. Durch die Währungsreform in Westdeutschland und danach eine ähnliche Umstellung in der SBZ wurden diese Marken mit Posthornüberdruck, teils auch einen Abdruck des Bezirksstempels als Werte der jeweils neuen Währung gekennzeichnet. Vor den Währungsreformen waren zahlreiche Propagandakarten, teils ganze Hefte mit Briefmarken und Sonderstempeln erschienen, sie warben jeweils für die politischen Ziele der Herausgeber. Hauptziel der Sowjetischen Politik blieb die Einheit der vier Besatzungszonen in Deutschland und damit ihr Einfluss im gesamten besetzten Gebiet. In der SBZ begann die Umstellung der Währung am 24. Juni 1948. In den Tagen der Umstellung ergaben sich bei Postsendungen für Sammler interessante Mischfrankaturen, die teils nur an wenigen Tagen Verwendung fanden. Auf Reichsmark lautende Ausgaben bedurften dabei einer zehnfachen Freimachung, da blieb für die Anschrift oft nur wenig Raum. Für Sammler bietet sich hier eine durch zahlreiche kurzlebige Lösungen auffällige Zeit. Mit der nötigen Ausdauer und Geduld, dabei auch etwas Glück, kann diese Seite der Währungsreform für den Bereich der Post durch interessante Dokumente belegt werden, was dem Referenten mit zahlreichen Fotos eindrucksvoll gelang.

Höhepunkt des Tages war die Verleihung des  Ehrenpreises der Gesellschaft für das Jahr 2015 durch den Präsidenten an Frau Dr. Ute Wartenberg Kagan, Executive Director American Numismatic Society (ANS) aus New York. Die Laudatio hielt Prof. Bernhard Weisser aus Berlin, der den Weg der Geehrten von Saarbrücken über Oxford und London nach New York in die Direktion der ANS schilderte. Die versammelten Mitglieder zollten reichlichen Beifall für die eindrucksvollen wissenschaftlichen Leistungen einer deutschen Numismatikerin, die  in Deutschland, England und den USA erbracht wurden.

Den Abschluss der Tagung im Historischen Museum bildete das beliebte Lichtbilderquiz; unsere Mitglieder konnten ihr Wissen anhand von 36 Fragen aus der Welt der Numismatik von der Antike bis in die Gegenwart testen, wie immer waren Münzen und Literatur als interessante Preise zu gewinnen.

Ein gemeinsames Abendessen im Restaurant „Schwarzer Stern“ am Römerberg beschloss den ereignisreichen Tag. Dem Historischen Museum der Stadt Frankfurt sei Dank gesagt, dass die GIG ihre Jahresversammlung wieder in ihrem Haus abhalten durfte.

Für die in Frankfurt übernachtenden Mitglieder bot Dr. Frank Berger am Sonntagmorgen noch einen Stadtspaziergang unter dem Motto „Finanzplatz Frankfurt“ an. 38 interessierte Mitglieder konnten so noch einen Überblick über historisch interessante Plätze der Stadt gewinnen. Besucht wurden der Römer als Ort der Börse von 1575, das Haus Braunfels am Liebfrauenberg, wo im 18. Jahrhundert die Börse ansässig war. Auf dem Domhügel legte Karl der Große die Gemeinschaftswährung seines Reichs fest. Am Paulsplatz befand sich die Börse ab 1837, dort war auch der die Münzstätte von 1840, in der Nähe das Bankhaus Bethmann. Im Haus Zum Wechsel am Römerberg trafen sich die jüdischen Börsenbesucher. Der Rententurm im Historischen Museum diente den Zolleinnahmen; der Bernusbau, ebenfalls im Historischen Museum, erinnert an den bankrott gegangenen Bankier Bernus. Im Saalhof befand sich das Kontor des Bürgers und Geldmanns Jakob Knoblauch. Das Steinerne Haus war der Besitz des Kaufmanns Jakob Heller. An der Nicolaikirche befand sich seit 1402 der Wechsel. An der Südseite der alten Mainbrücke der Fundort eines Schatzes von Goldgulden aus dem 15. Jahrhundert. Im Haus Grimmvogel am Liebfrauenberg eröffnete die Commerzbank ihre erste Filiale in Frankfurt. Das Hotel Zum Schwan (heute Hugendubel) war der Ort der Reparationsverhandlungen im Jahre 1871 nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges. Die Zeilgalerie erinnert an die Pleite des Finanzinvestors Schneider mit im Volumen von 4 Mrd. DM. Das Gebäude der BfG-Bank und die beiden Standorte der Europäischen Zentralbank rundeten das Panorama ab. Mit dieser Veranstaltung war unsere gelungene Jubiläumsfeier beendet und die letzten Teilnehmer konnten Frankfurt mit vielen neuen Eindrücken wieder verlassen.

 

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