Jahreshauptversammlung

16.04.2016

Einladung zur Jahreshauptversammlung  am 16. April 2016

Liebe Mitglieder,

unsere diesjährige ordentliche Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes findet am

Samstag, den 16. April 2016 10.00 Uhr

im Historischen Museum in Frankfurt am Main

Auf der Tagesordnung stehen folgende Themen:

10.00 Uhr            Begrüßung

10.05 Uhr            PD Dr. Sebastian Steinbach, Osnabrück: ANFVS REX TOLETVM - Geldwirtschaft und Münzprägung im Königreich Kastilien-León

                            um das Jahr 1100

11.00 Uhr            Dr. Gerd Dethlefs, Münster: Münzen und Medaillen auf den Westfälischen Frieden - neue Einsichten

12.00 Uhr            Mittagspause

13.45 Uhr            Besuch des Goethehauses

15.00 Uhr            Verleihung des GIG-Ehrenpreises

15.10 Uhr            GIG-Präsident Christian Stoess:

                            Rückblick auf das Jahr 2015 und Vorschau

                            Bericht des Schatzmeisters zur Kassen- und Buchprüfung

                            Bericht der Prüfer

                            Wortmeldungen, Diskussion

                            Entlastung des Vorstands

                            Neuwahl des Vorstands

                            Wahl zweier unabhängiger Prüfer für das Geschäftsjahr 2016

16.00 Uhr            Numismatisches Lichtbilderquiz

17.15 Uhr            Ende der Veranstaltung

Anträge auf Ergänzungen der Tagesordnung müssen bis eine Woche vor der Versammlung schriftlich beim Vorstand eingereicht werden, damit der Vorstand sie noch auf die Tagesordnung setzen kann.

Gäste sind zu den Vorträgen herzlich willkommen, der Eintritt ist kostenlos. Parkmöglichkeiten bestehen in der Tiefgarage „Dom/Römer“.

Sollten Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung. In dringenden Fällen können Sie auch mich, abends zwischen 20.00 und 21.30 Uhr unter 069-553342, anrufen.

Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten.

 

Christian Stoess, Präsident

 

 

 

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GIG-Studienreise 2016 in die alten Residenzstädte in Sachsen und Thüringen

05.06. bis 11.06.2016

Die nächste Studienreise der GIG führt vom 5. bis 11. Juni 2016 in etliche Residenzstädte Thüringens und Sachsens. Numismatische Höhepunkte sind die Besuche in den Münzkabinetten Dresden und Gotha.

Ziel der GIG-Studienreise 2016 sind die ehemaligen Residenzstädte der Albertiner in Sachsen und der Ernestiner in Thüringen. Die Reise mit einem Omnibus ab und bis Frankfurt am Main beginnt am 05. Juni und endet am 11. Juni 2016. Numismatische Höhepunkte sind die Besuche in den Münzkabinetten Dresden und Gotha. In den Schlössern beider Städte werden herausragende Sammlungen aufbewahrt, die von den fürstlichen Liebhabern über Jahrhunderte zusammengetragen und gepflegt wurden.  Den Grundstein der Dresdener Sammlung legte Herzog Georg der Bärtige (1471-1539). In dem von ihm neu errichteten Georgenbau des Residenzschlosses ließ der Landesherr das Münzkabinett einbauen. Das erste Inventar der goldenen Münzen und Medaillen wurde im Auftrag Kurfürst Johann Georg II. im 17. Jahrhundert erstellt. Münzensammeln gehörte für einen Barockfürsten zum guten Ton, so war es selbstverständlich, dass auch August der Starke und sein Sohn August III. die Sammlung weiter ausbauten. Der Silberreichtum Sachsens erlaubte dem Landesherrn stets gute Medailleure zu verpflichten und eine reiche Münz- und Medaillenprägung sicherzustellen. Der 2. Weltkrieg machte der ganzen Herrlichkeit ein Ende, nach Kriegsende wurde die Sammlung in die Sowjetunion verbracht, das Schloss war nur noch eine ausgebrannte Ruine. Nach der Rückkehr der Münzen und Medaillen, die Bücher blieben in Russland, Sammlung nun an ihren alten Platz zurück, hier stehen perfekt gestaltete Ausstellungsräume zur Verfügung, die Schätze können hier unter optimalen Lichtverhältnissen betrachtet werden. Auf einer Ausstellungsfläche von 350 m2 können etwa 3.300 Münzen und Medaillen, numismatische Kostbarkeiten von der Antike bis in die Gegenwart, gezeigt werden. Neben den Sammlungen in Berlin und München zählt das Dresdner Kabinett zu den größten Sammlungen in Deutschland, auch europaweit gehört das Kabinett zu den Spitzensammlungen.

Neben den Münzkabinetten in Berlin, München und Dresden zählt das Gothaer Kabinett auf Schloss Friedenstein zu den bedeutendsten Sammlungen Deutschlands. Der Schlossbau (1643-1654) wurde noch im Dreißigjährigen Krieg begonnen, im Ostflügel befindet sich das repräsentative konnte eine kleine Ausstellung im Albertinum gezeigt werden. Schließlich bot der Hausmannsturm des Schlosses für einige Jahre Raum für kleine Präsentationen. Nach dem Wiederaufbau des Schlosses kehrte die, noch heute im authentischen Zustand erhaltene Münzkabinett aus der Zeit des Barocks. Die numismatische Sammlung der Stiftung Schloss Friedenstein beherbergt mit dem  Coburger Rückerwerb von 2011 ca. 150.000 Münzen und Medaillen, darunter sehr viele Goldprägungen. Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1601-1675) legte den Grundstock, Herzog Friedrich II. (1676-1732) vermehrte die Bestände erheblich. Der größte Ankauf war die Sammlung des Grafen Günther II. von Schwarzburg-Arnstadt (1653-1716). Durch seinen Aufstieg in den Reichsfürstenstand war er in finanziellen Schwierigkeiten geraten, die ihn maßgeblich zum Verkauf seiner bedeutenden Münzsammlung und zahlreicher Kunstgegenstände zwangen, außerdem hatte er keinen Sohn und war gesundheitlich angeschlagen. Der Gothaer Herzog konnte die Universalsammlung von 18.800 Exemplaren zum Preis von 100.000 Talern erwerben, eine gewaltige Investition, die die Einrichtung eines separaten Münzkabinetts erforderlich machte. Das neu eingerichtete repräsentative Kabinett konnte am 8. August 1713 eingeweiht werden, dem 37. Geburtstag der Herzogs. Von nun an war das Gothaer Münzkabinett auf Augenhöhe mit den großen Kabinetten in den europäischen Hauptstädten. Der 2. Weltkrieg brachte auch hier eine einschneidende Änderung, zwar wurde das Schloss nicht zerstört, aber die verbliebenen Bestände - wie auch in Dresden, Berlin, Weimar und weiteren ostdeutschen Museen - wurden nach dem Abzug der Amerikaner von den nachrückenden Russen im März 1946 in die Sowjetunion verbracht. Einen Teil der Sammlung hatte zuvor die Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha mit Hilfe der amerikanischen Armee nach Coburg auf die Veste in Sicherheit bringen lassen. Aus Russland kehrte die Sammlung im April 1959 fast vollständig zurück, nach der deutschen Wiedervereinigung kamen auch die in Coburg verwahrten Sammlungsteile zurück. Heute sind alle Bestände, mit Ausnahme der nach 1945 privat separierten Stücke, wieder in Gotha vereinigt. Seit den 1950er Jahren wurden diese entwendeten Preziosen immer wieder auf Auktionen in Europa und Übersee versteigert, diese Stücke müssen als verloren angesehen werden.

1. Tag Fahrt mit einem komfortablen Reisebus am Sonntag, dem 05. Juni 2015 um 08.00 Uhr ab Frankfurt Hauptbahnhof, Bussteig A vor dem Haupteingang  nach Dresden. Unterwegs Besuch in Greiz, Besichtigung des Unteren Schlosses der Fürsten Reuss ält. Linie. In Dresden wohnen wir zentral im ****Hotel Holiday Inn Am Zwinger, Ostra Allee 25. Am Abend gemeinsames Abendessen im Hotel.

2. Tag Der erste Numismatische Höhepunkt ist am Vormittag der Besuch im wiedererstandenen Münzkabinett im Georgenbau des Dresdner Residenzschlosses. Am Nachmittag sind weitere Besichtigungen der reichen Sammlungen im Schloss nach Wahl möglich, der Rest des Tages ist zur freien Verfügung.

3. Tag Eine Kostümführung bringt uns am Vormittag in das 18. Jahrhundert zurück, der Premierminister Graf Brühl regiert Sachsen für seinen König August III. Am Nachmittag ist eine Fahrt nach Burg Stolpen geplant, dort musste die Gräfin Cosel, Mätresse August des Starken, nach ihrem Sturz Quartier nehmen. Ein Besuch in Pillnitz, einem Lustschloss im ostasiatischen Stil nahe Dresden mit weitläufigem Park, rundet das Programm ab. Im Park steht die berühmte Kamelie aus den Jahren 1780 bis 1790, die älteste lebende Kamelie in Europa, die selbst den 2. Weltkrieg überlebt hat.

4. Tag Von Dresden nach dem Jagdschloss Moritzburg, einem beliebten Ziel der sächsischen Herrscher, Besichtigung des Schlosses. Weiter nach Altenburg, der Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg, Besichtigung des Lindenau-Museums. Am Nachmittag Weiterfahrt nach Gotha zum ****Hotel am Schlosspark, gemeinsames Abendessen.

5. Tag Der zweite Numismatische Höhepunkt ist am Vormittag die Besichtigung des Münzkabinetts im Schloss Friedenstein. Hier ist das historische Münzkabinett Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg das herausragende Ziel. Ähnlich wie in Dresden sind die Ausstellungsräume reich mit prächtigen Exponaten bestückt und brauchen mit Sammlungen in europäischen Hauptstädten keinen Vergleich zu scheuen. Am Nachmittag ein Besuch im Schloss Arnstadt, einst Residenz der Grafen von Schwarzburg-Arnstadt. Ein gemeinsames Abendessen rundet den ausgefüllten Tag ab.

6. Tag Fahrt nach Weimar, Residenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach mit einer Stadtbesichtigung und einem Besuch der weltberühmten Anna-Amalia-Bibliothek. Der Besuch des nach einem verheerenden Brand wieder erstandenen Rokokosaals ist nur mit einem engen Zeitfenster möglich, Regelung vor Ort. Am Nachmittag Besuch der Dornburger Schlösser auf  steiler Höhe über dem Tal der Saale. Die Schlösser waren als zentraler Ort der Ernestineschen Herzogtümer von Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach vorgesehen. Am Abend gemeinsames Abendessen im Hotel.

7. Tag Rückfahrt über Meiningen, Residenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen, Besuch im Schloss Elisabethenburg. Am Nachmittag treten wir beladen mit vielen neuen Eindrücken die Rückfahrt nach Frankfurt an, wo wir etwa um 18.00 Uhr ankommen werden.

Im Reisepreis sind eingeschlossen:

- 3 Übernachtungen mit Frühstück in Dresden im **** Hotel Holiday Inn Am Zwinger

- 3 Übernachtungen mit Frühstück in Gotha im **** Hotel am Schlosspark

- 4 Abendessen

- alle Fahrten im komfortablen Reisebus lt. Programm

- alle Eintrittsgelder und Führungen

- Gruppentrinkgelder

- Reiserücktrittskostenversicherung (wer die Versicherung nicht benötigt, bitte Meldung an Frau Fuchs, Preisminderung € 20,--).

Die Stadt Dresden erhebt seit Mitte 2015 eine Bettensteuer für Übernachtungen, die juristisch umstritten ist. Ob diese Abgabe Bestand hat, kann derzeit noch nicht beurteilt werden.

Der Reisepreis beträgt pro Person im Doppelzimmer €  680,--,  im Einzelzimmer € 856,--. Der Preis gilt für 30 Personen, ist die Gruppe kleiner, müssen € 40,-- Zuschlag berechnet werden. Die Zahl der Plätze ist begrenzt, daher ist eine frühzeitige Anmeldung angebracht, Anmeldeschluss ist der 28. Febr. 2016. Die Reservierung erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Anschrift für schriftliche Anmeldungen: Ursula Fuchs, Weserstr. 4, 64546 Mörfelden-Walldorf, e-Mail Ursula.Fuchs1@gmx.de , FAX 06105/404 195. Die Anzahlung von € 200,- überweisen Sie bitte auf das Konto der GIG-Reisekasse IBAN DE89 5089 0000 0044 5992 01. Den Restbetrag erbitten wir bis zum 15. Mai 2016.

Ursula Fuchs/Georg Sänger

 

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Referentenentwurf vom 14.09.2015 zum Gesetz zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts

 

Stellungnahme des Vorstands der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

Oben genannter Gesetzesentwurf wurde am 30. September 2015 von Ministerialdirektor Dr. Günter Winands Interessenvertretern numismatischer (und philatelistischer) Verbände aus Handel, Sammlerschaft und Wissenschaft erläutert. Gegenüber dem unautorisiert in Umlauf gelangten Entwurf vom 14.07.2015 finden sich im jüngsten Gesetzesentwurf zahlreiche Änderungen, die die Interessen der Numismatiker (Sammler, Händler und Wissenschaftler) berücksichtigen. Dies ist ausdrücklich zu begrüßen. Vor allem im erläuternden Teil des Gesetzes, aber auch gelegentlich im Gesetzestext selbst sind diese Änderungen bzw. Weiterungen zu finden. Es wäre aus Gründen der Rechtssicherheit wünschenswert, diese Veränderungen – soweit sie bisher nur im erläuternden Teil zu finden sind – in den Gesetzestext aufzunehmen sowie den Gesetzestext in weiteren Fällen zu ergänzen. Dies betrifft aus Sicht der wissenschaftlichen Numismatik vor allem drei Bereiche:

1. Die Rechtssicherheit für Sammler bei der Ermittlung von Provenienzen von Altbeständen im Konfliktfall zwischen die Rückgabe forderndem Drittland und Privatperson.

2. Die Unsicherheiten, wie das Gesetz in der Praxis ausgeführt wird. Wir befürchten, dass es schlimmstenfalls zu unübersehbaren Arbeitsbelastungen durch die Genehmigungsverfahren bei Im- und Export von Münzen für die wenigen verbliebenen Numismatiker in öffentlichen Institutionen kommen wird.

3. Erhöhung numismatischer Kompetenzen im Kulturgüterschutzbereich.

1. Rechtssicherheit für Sammler

Die Praxis des Sammelns ist ein Kernbestandteil der menschlichen Zivilisation und eine wichtige Kulturpraxis. Dinge, die sonst verloren gehen würden, werden gesammelt, bewahrt und für die Nachwelt erhalten. Doch das Sammeln ist keine abgeschottete, isoliert vorgenommene Tätigkeit: Zum Sammeln gehört vielmehr auch das Präsentieren, das Vergleichen, Tauschen und das miteinander in Wettbewerb treten. Im Vergleich zur Renaissance ist das Sammeln von Gegenständen heute keinesfalls mehr ein Privileg oberer Klassen; vielmehr handelt es sich aufgrund der Vielzahl der Sammelgebiete um ein inzwischen „demokratisiertes“ Hobby, das die eigenen Interessen nach außen manifestiert und somit die eigene Identität ausdrückt und bestätigt. Sammeln wird weniger als Kapitalanlage betrieben, sondern vor allem aus Spaß und Leidenschaft. Es bietet geradezu ein Paradebeispiel für die sogenannte Globalisierung, also die Erfahrung der Globalisierung seitens des Einzelnen in seinem täglichen Leben: Durch Internet und Online-Auktionsplattformen sind vom Schreibtisch aus fehlende Sammelobjekte zugänglich. Was sonst nur durch Flohmärkte oder Auslandsreisen erreichbar wird, ist nun nur noch einen Mausklick entfernt. Internetforen bieten die Möglichkeit eines schnellen Austauschs und fachbezogener Kommunikation jenseits von Vereinshäusern. Das Sammeln ist damit einem enormen Wandel unterworfen, und als Kulturpraxis ist es der perfekte Spiegel unserer sich schnell verändernden Umwelt.

Wie sehr das Sammeln von Münzen Teil der Kultur in Deutschland ist, zeigt eine Studie der Steinbeis-Hochschule München aus dem Jahr 2014 auf der Basis von 5.000 Befragten über 18 Jahren [Kleine, Jens und Jolmes, Maximilian: Sammeln: Im Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und Kapitalanlage. München 2014, 75]. Danach ist jeder dritte erwachsene Deutsche ein Sammler. Dies entspricht 23,2 Millionen Bundesbürgern. Dabei sind Münzen in Deutschland das zweitbeliebteste Sammelgebiet (17 Mio. Bürger sammeln Bücher, 7,7 Mio. Münzen und 6,2 Mio. Briefmarken, Mehrfachnennungen waren möglich) [Kleine und Jolmes 2014, 2]. Die Freude am Hobby bildet bei 88 % der Münzensammler die Hauptmotivation [Kleine und Jolmes 2014, 41].

Einzigartig ist bis heute die enge, auch internationale, Zusammenarbeit zwischen Sammlern und Wissenschaftlern in der Numismatik. Die Diskussionen um die Kulturgutschutznovelle der letzten Monate haben, wiederum, Irritationen über eine mögliche Gefährdung dieser besonderen Sammel- und Wissenschaftskultur ausgelöst. Wohl in wenigen Disziplinen sind die Beteiligung von beruflichen Laien und ihr Anteil an der wissenschaftlichen Arbeit so groß wie in der Numismatik.

 

Erheblich ist der Anteil der Sammler (und dann auch des Handels) daran, der Wissenschaft überhaupt das Material zur Verfügung zu stellen, mit dem sie arbeiten kann. Alle numismatischen Arbeiten fußen in erheblichem Maße auf dem Material aus Privatsammlungen und aus dem Handel (das von dort dann ja auch in Privatsammlungen geht). Und auch darin zeigt sich die Bedeutung der Sammlerschaft für die Numismatik: Ein Teil der wissenschaftlichen Arbeit wird von Sammlern geleistet. Lang ist die Liste der hervorragenden Bücher und Aufsätze aus der Hand von Münz- und Medaillensammlern. Deren Bedeutung für die numismatische Wissenschaft wird in Zukunft noch weiter zunehmen, wegen des Sparzwangs der Öffentlichen Hand, die gerne im kulturellen Bereich, und hier bei den kleinen Fächern, den sog. Orchideenfächern, im universitären wie im Museumsbereich Stellen einspart. 1993 gab es in Deutschland 40 numismatische Stellen an Museen und drei Lehrstühle, heute nur noch 25 Stellen und derzeit keinen gesicherten Lehrstuhl mehr. Ohne Sammler in der doppelten Funktion als selbst aktiv Forschende wie auch als diejenigen, die einen großen Teil des Materials bewahren und überhaupt erst verfügbar machen, ist die Numismatik als Wissenschaft in Deutschland so gut wie am Ende.

In § 41 sind die für den Sammler zu beachtenden allgemeinen Sorgfaltspflichten so definiert, dass sie für Privatpersonen handhabbar sind. Aber die in § 42, Abs. 3, 2 definierten Sorgfaltspflichten für das gewerbliche Inverkehrbringen von archäologischen Einzelstücken treffen und verunsichern indirekt den Sammler, der schließlich dem Händler den Nachweis liefern muss, dass sich dieses Einzelstück seit mindestens 20 Jahren in der Familie befindet. Solch ein Nachweis ist in der Regel nicht zu erbringen.

Auch in § 29 werden dem Sammler Nachweispflichten auferlegt, und das rückwirkend bis zu bestimmten Stichdaten. Das ergibt sich aus der Kombination von „nachweislich rechtmäßig“ in § 29. Aus § 32 ergibt sich dann, dass der Gesetzesentwurf die Rechtmäßigkeit rückwirkend zu Stichdaten 1992 bzw. 2007 definiert. Im Sinn der Rechtssicherheit sollten die Bestimmungen mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes gelten; ebenso sollte die Nachweispflicht nicht rückwirkend gelten.

2. Arbeitsbelastungen durch die Genehmigungsverfahren bei Im- und Export von Münzen für Numismatiker in öffentlichen Institutionen

Sollte es bei den angedachten Regelungen bleiben, kommt auf die Numismatiker in öffentlichen Institutionen ein erheblicher, mit dem gegenwärtigen Personal nicht zu bewältigender Arbeitsaufwand zu, der uns weitgehend von unseren Kernaufgaben abhalten wird. Wir haben ein existentielles Interesse an klaren gesetzlichen Regelungen, die sicherstellen, dass – entsprechend den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf – tatsächlich nur ein geringer Verwaltungsmehraufwand entsteht. Sollten auch Münzen, die nicht aus einem gesicherten oder anzunehmenden näher zu bestimmenden archäologischen Kontext stammen, allein aufgrund eines bestimmten Alters als „archäologisches Kulturgut“ eingeordnet werden, wird zu Lasten der Länder ein erheblicher Personalmehraufwand, allein für das Gebiet der Münzen, erforderlich werden, da bei der Ausfuhr wegen der 0-Euro-Wertgrenze für „archäologische Kulturgüter“ für alle diese Münzen die Ausstellung von Ausfuhrgenehmigungen erforderlich würde.

3. Zukünftiger Kulturgüterschutz

Ein aktiver Beitrag zum Kulturgüterschutz wäre es, wenn der Ist-Bestand in privater und öffentlicher Hand durch ein bislang noch nicht existierendes Dokumentationssystem, das Münzen und Medaillen im Hinblick auf ihre Objektgeschichte sinnvoll erfasst, etabliert wird. Als Langzeitprojekt empfehlen wir die Entwicklung eines Werkzeuges zur Erfassung von in Deutschland befindlichen Münzen in einer Gesamtdatenbank. Datenbanken sind ein wichtiges Werkzeug der dauerhaften Dokumentation von Kulturgut.

Die Zukunft numismatischer Objektforschung liegt im semantischen Web mit ihrer thesaurusbasierten Struktur der open linked data. Auch für die Dokumentation öffentlicher Sammlungen wird dies empfohlen [ICOM 2015]. In den letzten Jahren hat sich beispielsweise das Münzkabinett der Staatlichen Museen aktiv an der Entwicklung entsprechender Erfassungswerkzeuge beteiligt. In Hinblick auf die Dokumentation von Münzen bedeutet dies:

  1. Entwicklung einer Datenbank mit normierten Musterbeschreibungen zu jederzeit zugänglichen Referenzobjekten. Hierzu bieten sich die großen Sammlungen in öffentlichen Besitz an, zuvörderst das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin mit seiner Datenbank www.smb.museum/ikmk, aber auch andere öffentliche Sammlungen wie die Staatliche Münzsammlung in München, an. Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin hat bereits über 25.000 numismatische Objekte erfasst und bietet damit den umfangreichsten Datenbestand einer öffentlichen Sammlung. Das Kabinett greift auf die verschiedenen Normdatenbanken zurück, die es in internationaler Zusammenarbeit weiter entwickelt. Stichworte sind etwa geographische und biographische Normdaten in Bezug auf die numismatischen Objekte, wozu auch die Provenienzen gehören. Diese Normierung der Daten ermöglicht auch einen Austausch mit digitalen Kulturportalen, wie der Deutschen Digitalen Bibliothek oder der Europeana.
  2. Verlinkung mit großen Online-Datenbanken, die das Vorkommen von antiken Münzen in Auktionskatalogen bereits dokumentieren, wie www.coinarchives.com. Es handelt sich aber bei Ihnen zum Teil um sog. ‚dirty data’. Möglicherweise wird die Bilderkennung in den nächsten Jahren aber so gut, dass eine Anbindung dieser Daten an Normdaten erleichtert wird.
  3. Export in die Datenbank des BKM unter den Kriterien des Kulturgüterschutzes.

 

All dies setzt die Bereitschaft der verschiedenen Partner voraus, dieses Vorhaben aktiv zu unterstützen, und es ist nicht kostenlos. Am Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin wird für die normierte Dokumentation eines Objektes nach über 70 Kriterien bei vorhandenen Informationen im Durchschnitt ca. 1 h Arbeitszeit berechnet. Seit 2007 wurden bei laufendem Betrieb über 25.000 Münzen und Medaillen im semantischen Web veröffentlicht. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsjahr von 205 Arbeitstagen lassen sich ca. 1.640 Objektdokumentationen anfertigen. Eine Beschleunigung der Erfassung von Bild und Kerndaten bis auf 10 min. ist vorstellbar, womit ein Mitarbeiter um die 10.000 Objekte pro Jahr erfassen könnte. Mit fünf Mitarbeitern können innerhalb von drei Jahren 150.000 Münzen erfasst werden. Dafür ist ein Team aus erfahrenen Numismatikern bis hin zu studentischen Hilfskräften erforderlich. Die Personalmittel (1 TVÖD 14, 2 TVÖD 13, 4 stud. HK/80h/Monat) würden bei ca. 660.000 EUR liegen, Fotokosten entstehen in Höhe von 7 EUR pro Münze. Für 150.000 Münzen wären Kosten in Höhe von 1.050.000 EUR einzukalkulieren. Die Programmierungskosten schätzen wir für das erste Jahr mit 50.000 EUR, für die Folgejahre mit 20.000 EUR mit abnehmender Tendenz. Für drei Jahre entstünden etwa Kosten von ca. 2 Mio. Euro. Würde man das Projekt auf angemessenere fünf Jahre strecken, entstünden pro Jahr Kosten in Höhe von 400.000 EUR. Solche Projekte sind anderswo bereits durchgeführt worden und würden für Deutschland und über Deutschland hinaus einen aktiven Beitrag zum Kulturgüterschutz bedeuten.

Ein derartiges Projekt sollte jedoch auf jeden Fall auf Freiwilligkeit beruhen. Es wäre auf Dauer im Interesse auch der Sammler und des Handels, wobei angesichts der schieren Masse an historischen Münzen immer nur eine (wachsende) an der Bedeutung der Stücke orientierte Auswahl aufgenommen werden kann.

München, Berlin, Stuttgart und Frankfurt, den 6. Oktober 2015

Dr. Dietrich O. A. Klose (Vorsitzender)
Prof. Dr. Bernhard Weisser (Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Matthias Ohm (Schriftführer)
Christian Stoess (Schatzmeister)

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Reisebericht der GIG - Studienreise 2015 nach Breslau und Niederschlesien

Reisebericht der GIG - Studienreise 2015 nach Breslau und Niederschlesien

16.06. bis 21.06.2015

Die diesjährige Studienreise führte 26 Mitglieder unserer Gesellschaft nach Breslau und Niederschlesien, dazu kam eine Tagesfahrt nach Krakau, wo das Palais Hutten-Chapski unser Ziel war. Das Palais ist in altem Glanz wiedererstanden und beherbergt die umfangreichste Sammlung polnischer Münzen, daneben auch eine Universalsammlung. Im sehr guten Hotel HP Plaza, direkt an der Oder gelegen, waren für alle Teilnehmer ruhige Zimmer mit Blick auf die Altstadt und die Dominsel reserviert. Auch die Küche verdient ein besonderes Lob, der Reiseführer hatte nicht zuviel versprochen.

Am Ankunftstag stand eine einführende kleine Stadtbesichtigung an. Ein kurzer Fußweg führte zum Universitätsbereich; Ziel war die barocke Aula Leopoldina, die auch heute noch für festliche Veranstaltungen der Hochschule genutzt wird. Der Name nennt den Stifter, Kaiser Leopold I., der an der Stirnwand auf seinem Thron dargestellt ist. Die von Jesuiten gegründete Hochschule hatte nur eine theologisch/katholische und eine philosophische Fakultät; sie steht an der Stelle der alten Fürstenresidenz aus dem 13. Jahrhundert. Die Stiftungsurkunde datiert aus dem Jahr 1702, Bilder der Weisheit und der Wissenschaften zieren den Raum an den Decken. An den Wänden Bilder der Habsburger Herrscher, daneben auch ein Bild Friedrich des Großen, des Landesherrn ab 1741. Das barocke Hauptgebäude wurde in den Jahren 1728 bis 1743 errichtet. Im Erdgeschoss ist inzwischen ein weiterer festlicher Musiksaal wieder zugänglich, das Oratorium Marianum, wiederhergestellt anhand einer Photodokumentation von 1944, die im Herder-Institut in Marburg aufbewahrt wird. Im Jahre 1811 wurde die Universität von Friedrich Wilhelm III. unter Vereinigung mit der seit 1506 bestehenden Universität Viadrina aus Frankfurt/Oder mit nun vier Fakultäten neu gegründet. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945 nahmen die aus Lemberg vertriebenen polnischen Professoren und Studenten die durch den Krieg beschädigten Gebäude in Besitz.

 

Am nächsten Tag stand eine ausführliche Stadtbesichtigung auf dem Programm; sie führte auf die Dominsel, den kirchlichen Bereich als geistliches Zentrum der Stadt. Hier nahm die Stadt ihren Anfang, auch heute ist der Bereich noch ein ruhiges Viertel mit vielen Grünanlagen. Im Zentrum der im 12. Jahrhundert aus Backstein begonnene Dom St. Johannes der Täufer, dem in Osten zwei Barockkapellen angegliedert wurden. Fürst Boleslaus III. Rozrzutny (der Verschwenderische) verkaufte die Dominsel 1315 an den Domklerus, dadurch wurde der Bereich ein autonomes Stadtviertel. Mehrere weiteren Kirchen, Gebäude des Domkapitels, das Dommuseum und kirchliche Schulen sowie das erzbischöfliche Palais befinden sich in der Nähe. Die Domstraße glänzt mit gut restaurierten alten Häusern; in einigen warten einladende Gaststätten auf Besucher, sie vervollständigen das Bild der Dominsel. Eigentlich ist der Bereich keine Insel mehr; ein umgebender Arm der Oder wurde bereits im 19. Jahrhundert bis auf einen kleinen Rest zugeschüttet, der Name blieb aber erhalten. Der beste Weg führt über die Dombrücke mit den Figuren der Hl. Hedwig, die ein Kirchenmodell in den Händen hält, und des Johannes des Täufers; dies ist ein beliebtes Fotomotiv. Bis 1810 war die Brücke die Grenze der bischöflichen Macht, Straftäter waren dahinter für die staatliche Justiz nicht mehr greifbar. Wer die Dombrücke überschritt, musste die Kopfbedeckung abnehmen, eine Anerkennung der kirchlichen Gewalt. Die Kirchen der Dominsel blieben auch nach der Reformation katholisch, in vielen anderen Kirchen Breslaus wurde evangelisch gepredigt. Der Dom wurde bei den Kämpfen im Jahre 1945 schwer beschädigt, aber nach dem Krieg bis auf die verlorenen Ausstattungsstücke wieder hergestellt. Den Hauptaltar schmückt heute ein spätgotisches Triptychon von 1522, aus der früheren evangelischen Kirche von Lüben. Es handelt sich um eine Arbeit aus dem Wirkungskreis von Veit Stoß, Motiv ist der Tod Mariens.

 

In der Altstadt war das alte Rathaus das erste Ziel, darin das bekannteste Gasthaus der Stadt, der Schweidnitzer Keller. Rathaus und Gaststätte sind nach den Kriegszerstörungen im alten Glanz wieder erstanden. Die Häuser am Ring, einem der größten in Europa, sind alle äußerlich rekonstruiert, innen wurden die Räume modernen Bedürfnissen angepasst. Das königliche Schloss, eines der wichtigsten Gebäude der Stadt mit dem Schlossgarten und der Residenz Friedrich des Großen, ist bis auf Nebengebäude wieder erstanden. Das mehrfach umgebaute Schloss im barock/klassizistischen Stil birgt heute, wie seit 1926, das Städtische Historische Museum. Die umfangreichen Sammlungen zeigen Kunstgewerbe, Graphiken und Bilder, dazu Einrichtungsgegenstände verschiedener Epochen. Ebenfalls zu bewundern ist der berühmte Silberschatz, der vor einigen Jahren in Bremen erworben wurde. Ausgestellt ist auch eine bedeutende Sammlung Breslauer Medaillen vom Barock bis in die Gegenwart, dazu eine Auswahl Münzen. Die Wohn- und Audienzräume König Friedrich Wilhelm III. sind zu besichtigen; hier stiftete der König 1813 das Eiserne Kreuz und erließ den Aufruf „An mein Volk“.

 

In einem schönen Parkgelände steht die Jahrhunderthalle von 1913, die den Krieg nahezu unbeschädigt überstanden hat. Das Gebäude in avantgardistischer Stahlbetonbauweise mit 65 m Spannweite und vier den Raum erweiternden Apsiden war mit weiteren Bauten als modernes Ausstellungsgelände zur Jahrhundertfeier der Befreiungskriege geplant. Heute ist die Halle, die 6.000 Sitzplätze oder 20.000 Stehplätze bietet, eines der Wahrzeichen der Stadt. Hier finden Kongresse, Sportveranstaltungen, Ausstellungen und Festivals statt; selbst die Breslauer Oper hat hier große Aufführungen mit Erfolg inszeniert. Die Jahrhunderthalle erhielt zu ihrer Einweihung die damals größte Orgel in Deutschland mit 200 Stimmen und 16.706 Pfeifen. Die Kampfhandlungen 1945 überstand die Orgel unbeschädigt, danach wurden aber viele Pfeifen zerstört oder gestohlen; erst der alarmierte Vikar des Domkapitels ließ die Reste abbauen und in einer Kirche sicher einlagern. 1952 wurde sie ergänzt und im wieder aufgebauten Dom eingebaut, heute mit 150 Stimmen und 13.207 Pfeifen.

 

Ein polnisches Nationalheiligtum ist das Panorama Racklawicka, ein Rundgemälde von 15 x 144 m, das den Sieg polnischer Truppen und Bauernmilizen am 4. April 1794 bei Racklawicka über russische Truppen feiert. Das Panorama ist ein Pflichtbesuch für die polnischen Schulklassen und Ziel zahlreicher Reisegruppen aus aller Welt. Auf einem ansteigenden Rundweg kommt der Besucher auf eine Aussichtsplattform; hier steht der Betrachter wie auf dem Feldherrnhügel. Dargestellt ist ein Ereignis aus dem Kósciuszko-Aufstand gegen die zweite Polnische Teilung. Der Freiheitskämpfer General Tadeusz Kószciusko[1] gewann zwar die Schlacht, konnte aber das Schicksal Polens nicht dauerhaft wenden. Ursprünglich war das Rundbild in Lemberg aufgestellt. Nach dem 2. Weltkrieg musste Lemberg an die Ukraine abgetreten werden, das Panorama wurde heimlich abgebaut und nach Breslau in ein Depot gebracht. Erst nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft entfielen die politischen Rücksichten auf den übermächtigen Nachbarn, ein entsprechendes Rundgebäude konnte errichtet und das Panorama mit seiner lebensnahen Darstellung wieder aufgestellt werden.

 

Der dritte Besuchstag führte zunächst nach Kriblowitz zum Schloss und Gut des Fürsten Blücher von Wahlstatt. Der erfolgreiche, volkstümliche Feldherr der Befreiungskriege hatte das Anwesen von seinem König Friedrich Wilhelm III. als Dotation seiner Leistungen erhalten. 1945 enteignet, wird es heute wieder von einem Nachfahren des Fürsten als Hotel bewirtschaftet. Eine verkleinerte Darstellung des dem Fürsten in Breslau errichteten Denkmals (Abb. 1) steht im Schloss. In der Nähe auch das äußerlich renovierte Mausoleum (Abb. 2) des Feldmarschalls, 1945 von Russen geplündert, die nicht wussten, was sie taten. Blücher war der größte Russenfreund; in seiner Armee fochten zwei russische Korps[2], die Zar Alexander I. ihm anvertraut hatte, mit dem Zaren war Blücher gut befreundet. Weiter ging die Reise nach Kreisau (heute Krzyzowa), dem Gut des Generalfeldmarschalls Graf von Moltke, nahe Schweidnitz gelegen, das dieser aus seiner Dotation für den Feldzug von 1866 erworben hatte. In der Zeit nach 1933 der Ort der Widerstandskämpfer um Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf von Yorck. Beide und alle von der Gestapo enttarnten weiteren Mitglieder des „Kreisauer Kreises“ wurden nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verhaftet und vor dem Kriegsende hingerichtet. Die Gespräche der Verschwörer fanden aus Vorsicht nicht im Schloss, sondern in einem zum Gut gehörenden, einsam gelegenen Jagdhaus statt. Freya Gräfin von Moltke, die Ehefrau des Hausherrn, war nicht in die Pläne eingeweiht und kam mit dem Leben davon. Die Gräfin konnte 2001 ihren 90. Geburtstag auf dem alten Familiensitz feiern, dabei erfreute sie ihre Gäste mit gekonntem Klavierspiel. Auch die Gräfin Marion von Yorck war nicht informiert und überlebte das Dritte Reich. Im Schloss befindet sich eine Gedenkstätte für die ermordeten Mitglieder des Kreisauer Kreises, im Nebenzimmer ein Gedenken an die Opfer der stalinistischen Verfolgungen in Polen. Als Begegnungsstätte der deutschen und polnischen Jugend sowie Konferenzzentrum dient das Schloss heute der Völkerverständigung.

 

Das nächste Ziel war die beeindruckende Friedenskirche in Schweidnitz (heute Swidnica), ein dem Kaiser durch die Krone Schwedens im Westfälischen Frieden 1648 abgerungenes Zugeständnis für die schlesischen Protestanten. Das Zugeständnis betraf lediglich die Herzogtümer Glogau und Schweidnitz sowie das Fürstentum Jauer und die Stadt Breslau, das übrige Schlesien war ausdrücklich von jeder Religionsfreiheit ausgenommen. Ganz aus Holz erbaut, weil die Verwendung von Stein durch den Wiener Hof untersagt wurde, durfte die Bauzeit ein Jahr nicht überschreiten. Graf Hochberg stiftete 3000 Eichenstämme als Baumaterial, die tragenden Pfeiler messen eine Stärke von 40x50 cm. Nach der kaiserlichen Baubewilligung vom 13. August 1652 begann am 24. Juni 1656 der zügige Aufbau auf einer Fläche von 100x50 Schritt. Das Langhaus misst 44 m Länge und 20 m Breite, das in der Mitte angesetzte Querhaus 30 m Länge und 20 m Breite. Das Gotteshaus hat Platz für 7.500 Kirchenbesucher, davon 3.000 Sitzplätze. Baumeister war der Breslauer Festungsbaumeister Albrecht von Säbisch, die Zimmerarbeiten führte der Zimmermeister Andreas Gamper aus. Die prunkvolle barocke Ausstattung  ist bis in unsere Zeit erhalten geblieben, Altar, Kanzel (mit einer Sanduhr für den Prediger) und Orgelprospekt sind die besonderen Glanzstücke. Die gräfliche Stifterfamilie Hochberg erhielt als Dank ihre Loge gegenüber der Kanzel. Im Jahre 2001 wurde die Friedenskirche Schweidnitz wie auch die ähnliche Friedenskirche in Jauer in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingetragen.

 

In einsamer Lage am Rand des Riesengebirges erwarb Gerhart Hauptmann einen Bauplatz in Agnetendorf für sein Privathaus, das 1900/1901 durch den Berliner Architekten Hans Grisebach gebaut wurde; der Name lautet „Haus Wiesenstein“. In einem 1,6 Hektar großen Park entstand eine repräsentative Villa mit einem Kostenaufwand von über 200.000 Mark, heute wohl mehr als 3 Millionen Euro. Gerhart Hauptmann war ein großer Sammler von Skulpturen, Gemälden und anderen Kunstwerken, die großzügige Villa bot den nötigen Raum. Seine besondere Liebe galt antiken griechischen Münzen, von denen er einige stets auf Reisen mitnahm. In seinem Haus fühlte sich der Nobelpreisträger von 1912 gut aufgehoben, er suchte für seine sensible Seele die Ruhe in der Abgeschiedenheit. Der Dichter wohnte hier bis zu seinem Tode 1946, bestattet wurde er in Hiddensee, bekleidet mit einer Franziskanerkutte, die ihm ein Mönch Jahrzehnte früher geschenkt hatte. Heute ist das Haus ein Museum, das dem Andenken des großen Dichters gewidmet ist; ein Teil der Originaleinrichtung ist erhalten, ebenso sind die großen Wandgemälde unbeschädigt.

 

Die aus Norwegen stammende Stabkirche in Wang wurde auf Veranlassung von König Friedrich Wilhelm IV. 1842 im Riesengebirge hoch über dem Hirschberger Tal errichtet. Die ganze Konstruktion kommt ohne Nägel aus, die Schnitzarbeiten an den Säulen, Kapitellen und Portalen stehen in der Tradition der Wikinger, desgleichen die Darstellungen nordischer Löwen. Ursprünglich sollte die abgebaute Kirche in ein Museum gebracht werden, der König befahl aber den Wiederaufbau in Schlesien. Neben der Kirche wurde ein Glockenturm aus Stein errichtet, er dient auch als Schutz vor den oft heftigen Stürmen. In der Kirche findet bis heute regelmäßig evangelischer Gottesdienst statt, daneben ist sie das beliebte Ziel zahlreicher Ausflügler. Den voll ausgefüllten Tag beschloss ein Besuch auf Schloss Lomnitz im Bobertal, das inzwischen wieder von der deutschen Familie v. Küster bewirtschaftet wird. Die Familie v. Küster war seit 1835 Besitzer von Schloss und Gut mit einem Landschaftspark; 1945 vertrieben, konnte sie nach der Wende 1991 ihren völlig heruntergekommenen alten Besitz zurückkaufen und mit großem Einsatz wieder restaurieren. Kaffee und schlesischer Streuselkuchen stärkte die Reisegruppe nach einem ausgefüllten Tag in den Gasträumen am Ende einer ereignisreichen Rundfahrt durch Niederschlesien.

 

Erstes Ziel des nächsten Tages war das Kloster Trebnitz (heute Trzebnica) mit dem Grab der hl. Hedwig. Das Kloster wurde 1202 von Herzog Heinrich I. auf Wunsch seiner Gattin gegründet, Zisterzienserinnen aus Bamberg besiedelten es. Die ursprünglich romanisch-gotische Kirche wurde später barock umgestaltet und mit Szenen aus dem Leben der Heiligen geschmückt. Die Gattin Herzog Heinrich I. von Schlesien stammte aus dem bayerischen Hause Andechs-Meranien und stärkte durch ihre Ehe die Verbindung des Herzogtums nach Westen. Ihr selbstloser Einsatz für Arme und Kranke und ihr vorbildhaftes, christliches Leben waren weithin bekannt. Nach ihrem Tod heilig gesprochen, genoss sie hohe Verehrung von Krakau bis Antwerpen und von der Ostsee bis Trient. Heute ist die Kirche mit dem Grab der Schutzheiligen Polens und Schlesiens Ziel zahlreicher Pilgergruppen aus ganz Polen und Besucher aus ganz Europa.

 

Das Zisterzienserkloster Leubus (heute Lubiaz) wurde schon 1175 von Mönchen aus dem sächsischen Schulpforta bei Halle gegründet, es galt als das wichtigste  Kloster Schlesiens und zugleich als Hauptwerk des schlesischen Barocks. Eine monumentale Anlage, die Hauptfront zur Oder misst 223 m Länge; sie ist länger als die Fassade des spanischen Escorial, die 207 m lang ist. Bei Kriegsende wurde die Anlage durch die Rote Armee besetzt und nach deren Abzug völlig demoliert zurückgelassen. Seit 1989 laufen Renovierungsarbeiten; alle Gebäudeteile sind durch neue Dächer gesichert, die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit unterstützt die weitere Renovierung der Innenräume. Einige Säle, darunter ein großer Festsaal, sind in alter Pracht wieder erstanden; die Aufgabe ist aber gewaltig, die zukünftige Nutzung ist noch ungesichert.

 

Nach einem Zwischenaufenthalt in Liegnitz führte die Fahrt nach Wahlstatt (heute Legnickie Pole), dem Ort der großen Schlacht gegen die Mongolen, Tartaren und ihre Verbündeten im Jahre 1241. Herzog Heinrich II., der Fromme, erwartete den Ansturm mit seinem schlesischen Heer, dem sich zahlreiche deutsche Ritter angeschlossen hatten, Verstärkungen aus Böhmen kamen zu spät. Am  9. April 1241 wurde dieses Heer von den Angreifern völlig vernichtet, der Herzog fiel. An der Stelle, an der seine Leiche gefunden wurde, entstand auf Veranlassung seiner Mutter, der hl. Hedwig, eine Kapelle. Heute steht dort die im 15. Jahrhundert erbaute schlichte Dorfkirche; 1960/61 wieder hergestellt, dient sie heute auch musealen Zwecken. In unmittelbarer Nähe wurde 1723 bis 1738 ein prächtiges Kloster mit Kirche für die Benediktiner errichtet. Wer süddeutsche Kirchen kennt, bemerkt rasch die Arbeit des Architekten Kilian Ignaz Dientzenhofer und die Freskenmalerei des Bayern Kosmas Damian Asam. In der Ausstattung wurde an nichts gespart. Der Krieg verschonte Klostergebäude und Kirche, auch Schäden durch die einrückende Rote Armee blieben Dank des Eingreifens kulturinteressierter Offiziere begrenzt. Das Kloster war 1810 durch Preußen säkularisiert worden, die Kirche wurde Pfarrkirche; die Klostergebäude, durch Schinkel in eine Kadettenschule umgebaut und durch zwei schlichte Flügel ergänzt, dienen heute sozialen Zwecken.

 

Das letzte Ziel des Tages war die Friedenskirche in Jauer (heute Jawor), 15 km südlich von Liegnitz an der Neiße gelegen. Architekt war auch hier der Breslauer Albrecht von Säbisch, Zimmermeister der ortsansässige Andreas Gamper, die Baubedingungen waren die gleichen wie in Schweidnitz. Der Grundstein wurde am 24.04.1654 gelegt, im Folgejahr wurde der Bau fertig gestellt und die Kirche am 4. Adventssonntag 1655 eingeweiht. In der dreischiffigen Basilika mit 44 m Länge und 25 m Breite können mit der Nutzung der Emporen 6.000 Gläubige ihren Platz finden. Ursprünglich waren nur zwei Emporen eingebaut, wegen des großen Andrangs mussten aber noch zwei weitere Emporen zusätzlich errichtet werden. Heute sind vier Emporen nutzbar, die Zahl der evangelischen Besucher ist aber nach 1945 viel geringer. Auch diese Kirche hat einen prächtigen Hauptaltar und eine reich verzierte Kanzel, auch wenn aus finanziellen Gründen die Ausstattung ansonsten bescheiden blieb. Die großzügigsten Spender waren die Herren von Schweinitz / Gersdorff und die Grafen von Hochberg; beide Familien haben ihre eigenen Logen neben dem Hauptaltar. Logen haben auch weitere Adelfamilien und die bedeutendsten Zünfte. Seit 2001 ist auch diese Friedenskirche Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

 

Am nächsten Tag war Krakau mit dem Palais Hutten-Szapski das Reiseziel. Das Palais ist nach gründlicher Renovierung in altem Glanz wiedererstanden. Anhand von Fotografien konnten selbst die Muster der Parkettböden und der Stuckarbeiten an den Decken originalgetreu rekonstruiert werden. Die Ausstellung nutzt heute sowohl die früheren Wohnräume der Familie, als auch den nur für Ausstellungszwecke errichteten Anbau. Der Kurator der Sammlung, Dr. Bodzek, erwartete uns und führte die Reisegruppe durch die stilvollen Räume mit ihrer reichen Ausstellung. Neben der größten Sammlung polnischer Münzen ist auch eine Übersicht über die Prägungen seit der Antike zu sehen. Die Originalausstellungsmöbel sind erhalten, die Beleuchtung der Münzen und Medaillen aber nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet; hier bleibt kein Wunsch unerfüllt. Die finanziellen Möglichkeiten des Sammlers erlaubten ihm, das jeweils Beste zu erwerben, daher sind praktisch alle ausgestellten Exemplare exzellent erhalten, sie scheinen die Prägestätte eben erst verlassen zu haben. Hutten-Szapski besaß in seinem alten Wohnort Minsk auch eine ähnliche Sammlung Russland, die er jedoch beim Umzug aus dem russischen Herrschaftsbereich nach Krakau nicht mitnehmen durfte. Krakau gehörte damals zu Österreich-Ungarn, eine Art Kulturgüterschutz gab es damals auch schon. Für Besuche bei anderen Krakauer Sehenswürdigkeiten blieb nur wenig Zeit, zudem behinderte hier der einzige Regen bei der ganzen Reise. Bei der Rückkunft in Breslau gab es eine Überraschung, wegen eines Stadtmarathons waren viele Straßen gesperrt; so war es sehr schwierig und nur auf Umwegen möglich, in die Nähe Hotels zu gelangen, das letzte Wegstück konnte nur zu Fuß zurückgelegt werden.

 

Die von Frau Wrona wieder gut organisierte Reise brachte den Teilnehmern zahlreiche interessante Einblicke in viele Sehenswürdigkeiten Breslaus und Niederschlesiens. Die Kriegszerstörungen sind zu einem guten Teil behoben, der Empfang war überall freundlich und wird den Reiseteilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Als Reiseziel für das Jahr 2016 wurde ein Besuch der Residenzen in Thüringen und Sachsen mit den numismatischen Höhepunkten Dresden und Gotha  ausgewählt. Der Termin wird in den GN frühzeitig bekannt gegeben.

 

Georg Sänger

Abb: Silbermedaille von Loos 1827, 42 mm, F+S 3705

Vs.:  Kopf n. rechts, Fürst Blücher v. Wahlstatt Marschall Vorwärts genannt

Rs.: Blücher mit erhobenem Arm n. links gehend, Dem Feldherrn und dem Heere die Schlesier

       Statuar. C. Rauch 1813- 1814, 1815

       Das von der Provinz Schlesien errichtete Denkmal stand auf den Blücherplatz, zuvor Salzring genannt.

 

 

 

 

[1] Tadeusz Kósciuszko (1746-1817), polnischer General und Nationalheld, kämpfte im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg als Adjutant Washingtons. 1794 trat er an die Spitze des letzten polnischen Aufstands gegen die Teilungen Polens, siegte gegen die Russen, entsetzte Warschau, erlag dann bei Maciejowice der russischen Übermacht. Verwundet gefangen genommen, wurde er 1797 freigelassen und ging ins Exil. 1815 war er beim Wiener Kongress kurze Zeit anwesend, pflegte dort aber nur Kontakte mit polnischen Immigranten; das Schicksals Polens hatten die Großmächte bereits entschieden.

[2] Es waren dies das Korps des Grafen Langeron mit 46.000 Mann und das Korps des Barons v. Sacken mit 19.000 Mann. Beide Korps waren zuvor im Kampf gegen die Türken gewesen, v. Sackens Korps hatte lange keine Verstärkung erhalten, alle Truppen waren kampferprobt. Die Preußen stellten 40.000 Mann unter dem Kommando des Grafen Yorck.

 

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50-Jahrfeier der GIG

50-Jahrfeier der GIG

26.06.2015

Am Freitag, dem 26. Juni um 18.00 Uhr trafen sich über 100 Mitglieder, Freunde und Gäste im Sonnemannsaal des Historischen Museums. Nach zwangloser Begegnung der Anwesenden eröffnete der Präsident die Feier und schilderte die Veränderungen der numismatischen Landschaft in den letzten fünf Jahrzehnten, die Verlagerung des Geschäfts von klassischen Münzhändlern und Tauschtreffen der Sammler zu anonymen Internetforen. Mit den veränderten Handelsgewohnheiten und der Entwicklung der wissenschaftlichen Numismatik hatte sich auch die am gleichen Tag in Frankfurt zusammengetretene Numismatische Kommission der Länder befasst. Weitere Punkte wurden diskutiert, so das Schatzregal und das beabsichtigte Gesetz über den Kulturgüterschutz, das in der vorliegenden Form weitreichende Folgen für die Sammler hätte. Der Präsident dankte den versammelten Ehrenpreisträgern unserer Gesellschaft und den Mitgliedern der Numismatischen Kommission für ihre Kritik und Anregungen.

Die Glückwünsche der Deutschen Numismatischen Gesellschaft überbrachte deren Vorsitzender Kristian Nicol Worbs. Er plädierte für eine engere Zusammenarbeit beider Gesellschaften in Zeiten politischen Gegenwinds und forderte auch den Schulterschluss von Wissenschaft und den Vereinigungen der Sammler.

Die Glückwünsche der Numismatischen Kommission der Länder überbrachte der Leiter der Staatlichen Münzsammlung  München, Dr. Dietrich Klose. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen sind die Numismatikerstellen an Museen und Hochschulen stets bedroht; Einsparungen drohen die wissenschaftliche Numismatik zu verdrängen, derzeit gibt es in Deutschland nur noch 25 ½ Numismatikerstellen. Diese Abwertung bedroht die Numismatik in ihrer historischen Bedeutung; diesem Trend müssen sich auch die Sammler durch ihre Verbände entgegen stellen. Die Numismatische Kommission verleiht daher zur Nachwuchsförderung den Walter-Hävernick-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler; Preisträger 2015 ist Stefan Roth aus Göttingen. Die Laudatio auf den Preisträger hielt Dr. Rolf Wiechmann, Hamburg, der die Arbeit als vorbildhaft würdigte. Der Preisträger wurde 1975 geboren und absolvierte zunächst eine Banklehre. Nach seinem Wehrdienst erwarb er auf dem zweiten Bildungsweg  das Abitur und studierte Mittlere und Neuere Geschichte; das Studium schloss er mit der Magisterprüfung ab. Seit 2011 arbeit er im Museum Göttingen, inzwischen liegt seine Dissertation vor. Das Thema der Dissertation lautet „Geldgeschichte und Münzpolitik im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg im Spätmittelalter“; es behandelt die Zeit von 1235 bis 1501/02. Wissenschaftlern und Sammlern wird nach dem Erscheinen ein Standardwerk für diese Zeit zur Verfügung stehen.

Anschließend erteilte der Präsident das Wort an Dr. Ursula Kampmann; ihr Vortrag lautete Numismatica, quo vadis. Zu diesem Thema ist in den GN Heft 279/280 bereits ein Beitrag der Referentin erschienen; in Frankfurt hatte sie Gelegenheit, ihre Position der Versammlung zu erläutern.

Zunächst forderte die Referentin einen neuen Weg des Münzhandels für die Zukunft, junge Sammler sind meist reifere Herren, Nachwuchs gibt es aber genug, wie die steigende Zahl der Münzkäufer zeigt, die Bedürfnisse haben sich aber deutlich verändert. Um wirklich junge Sammler anzuziehen, muss der Handel attraktiver werden und sich den Einkaufsgewohnheiten jugendlicher Interessenten anpassen. Der Weg geht weg vom Lager hin zu online-Auktionen, die zunehmend international genutzt werden. Kannte der Händler bisher seine langjährigen Kunden in der Regel persönlich, treten heute unbekannte Käufer aus den unterschiedlichsten, oft weit entfernten Ländern, in den Auktionen im Netz auf. Sprachkenntnisse werden im Münzhandel entscheidend, um ausländische Kunden als Stammkunden zu gewinnen. Die Referentin wies darauf hin, das im Zeichen der „Geiz ist geil“-Mentalität und eBay die traditionellen kleinen Münzhändler immer größere Schwierigkeiten haben, sich zu halten. Wenn sich das nicht ändern sollte, könnte in Zukunft diese Form des Münzhandels wegfallen, und das wäre schade. Es entfiele damit der vertraute Münzhändler als Filter eines seriösen Angebots; Service und Garantie entfallen daher, der Käufer trägt das Risiko von Fälschungen, Mängeln und Fehlzuschreibungen allein. 

Für alle Fehlentwicklungen am  Antiquitätenmarkt, wozu auch Münzen und Medaillen zählen, macht der Gesetzgeber derzeit die Händler als Sündenböcke ausfindig. Angestrebt wird eine staatliche Kontrolle, der allmächtige und alles regelnde Übervater wird in der Öffentlichkeit derzeit weitgehend akzeptiert. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) leistet eifrige Lobbyarbeit, eine Regelung im eigenen Sinn, d. h. staatlicher Oberaufsicht und Kontrolle, sowie eines weitgehenden Handelsverbots für Antiken durchzusetzen. Gelegentlich sind öffentliche Einrichtungen nicht immer die besten Bewahrer von Kulturgut; das Kölner Stadtarchiv stürzte in die Baugrube der Untergrundbahn, die Ausgrabungen von Pompeji verkommen ungeschützt vor Wind und Wetter und die Überreste der bedeutenden antiken Stadt Zeugma wurden bei einem Staudammbau bedenkenlos den Fluten geopfert. Das Problem sei die überragende Bedeutung des finanziellen Faktors. Infrastrukturprojekte und fehlende staatliche Mittel seien eine wesentlich größere Bedrohung für das nationale Kulturgut als jeder Raubgräber. Durch vielfache Streichung von Arbeitsplätzen für Berufsnumismatiker an Hochschulen und Museen ist Forschungsarbeit in Deutschland nur noch bedingt möglich. Händler, Verbände und Sammler haben in der Vergangenheit ihre Positionen nicht hinreichend wirksam geltend gemacht, der Staat hat kein Monopol auf Kulturgüter! Die als Begründung herangezogene Behauptung, illegaler Antikenhandel finanziere Terrormilizen, ist nicht verifizierbar, Interpol kann keinen einzigen solchen Fall benennen! Unrichtige Behauptungen werden auch durch beständige Wiederholung nicht überzeugender.

Derzeit produzieren unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit viele Münzstätten als Pseudomünzen getarnte Lifestyleprodukte. Der Zwang zum Profit erfand die Nominalmedaille, die als Münze getarnt wird, natürlich nie im Geldverkehr auftaucht. Diese Erzeugnisse sind technisch ausgereift, werden ihren Käufern aber häufig beim Versuch eines Wiederverkaufs wenig Freude bereiten; die Folge sind dann laute Klagen über die Raffgier der Händler. Die vorgetragenen Thesen bildeten die Grundlage für eine lebhafte, notwendige und umfassende Diskussion.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abendessen in den nahegelegenen Ratsweinstuben; hier war Gelegenheit, über die vorgetragenen Aussagen und Ansichten von Frau Dr. Kampmann ausgiebig zu diskutieren. Am folgenden Morgen, Samstag, dem 27. Juni, konnte der Präsident um 10.00 Uhr die Versammlungsteilnehmer wieder im Historischen Museum begrüßen.

Den ersten Vortrag hielt Frau Dr. Ute Wartenberg Kagan aus New York; ihr Thema lautete „Griechisch oder persisch: Eine neue Münzstätte in archaischer oder klassischer Zeit?“ Dieser Vortrag erscheint als eigener Beitrag der Referentin in den GN.

Danach trat Prof. Dr. Bernd Kluge, Berlin, ans Rednerpult; sein Thema lautete „Akkerman, Ein Schatzfund deutscher Brakteaten der Kreuzfahrerzeit aus Bessarabien und die deutsche Brakteatenprägung um 1200“.

Der 1889 in der Stadt Akkerman an der Schwarzmeerküste (heute Bilhorod-Dnistrowskij in der Ukraine) aufgetauchte Brakteatenschatz ist größtenteils in das Münzkabinett der Eremitage in Petersburg gelangt, ein Teil aber schon damals abgezweigt worden. Aus diesem Teil führen Spuren in die Sammlung des Generals von Graba und in die Münzkabinette Berlin und München. 1901 konnte Eduard Fiala in Petersburg einen beträchtlichen Teil der in die Eremitage gelangten Münzen für die „Münzen- und Medaillensammlung des Herzogs von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg“ (Welfensammlung) kaufen und veröffentlichte auf dieser Basis 1910 eine  sehr allgemeine Fundübersicht. 1926 sind im Zuge einer Sammlungsbereinigung in der Welfensammlung die von Fiala erworbenen Brakteaten des Akkerman-Fundes großenteils als Nachtrag zum Fund von Seega über Heinrich Buchenau in das Münzkabinett Berlin verkauft worden. Kleinere Anteile sind in die Staatliche Münzsammlung München, das Hessische Landesmuseum Kassel und in den Münzhandel gelangt. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil ist aber in der Welfensammlung verblieben und befindet sich heute im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Der Petersburger Anteil des Fundes ist 1963 durch Vsevolod Potin in knapper Form und russischer Sprache veröffentlicht worden. Die noch laufende Gesamtrekonstruktion des Fundes führt in verschiedene Überlieferungsstränge zusammen (Eremitage St. Petersburg, Welfensammlung / Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Slg. Graba, Münzkabinette Berlin und München, Hessisches Landesmuseum Kassel u. a.) Sie wird zeigen, dass der Fund Akkerman neben dem Fund von Seega der größte und typenreichste Fund deutscher Brakteaten ist. Er gehört mit dem Fundabschluss um 1215 fast vollständig in die dritte Brakteatengeneration und bietet mit gut 420 verschiedenen Typen einen nahezu vollständigen Querschnitt aller damals aktiven mitteldeutschen Brakteatenmünzstätten. Er dürfte das Vermögen eines aus Mitteldeutschland, am ehesten aus dem Raum Halberstadt / Quedlinburg stammenden Kreuzfahrers oder einer Kreuzfahrergruppe gewesen sein, die auf dem Balkan aufgerieben oder abgedrängt wurde. Ihr Schatz ist dann im bessarabischen Dnjestrgebiet vergraben worden – ob von den Eigentümern oder ihren Besiegern bleibt offen. Knapp 700 Jahre später gelangte Archip Osartschuk aus Chotin in den Besitz dieser Kreuzfahrerbeute und hat sie im Schwarzmeerzentrum Akkerman verkauft.

Zur Mittagspause wurden die Mitglieder und Gäste zu einem reichhaltigen Buffet im Gewölbekeller des Museums geladen. In zwanglosem Rahmen ergaben sich hier zahlreiche Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch. Anschließend führte Dr. Frank Berger die Nichtmitglieder durch das Historische Museum; im Anschluss konnten die mitgereisten Ehefrauen unserer Mitglieder eine Schifffahrt auf dem Main antreten und Frankfurt so von einer weniger bekannten Seite ansehen. Für unsere Mitglieder begann die Jahreshauptversammlung. Der Präsident konnte 77 aus ganz Deutschland angereiste Mitglieder der Gesellschaft begrüßen, die Versammlung war damit beschlussfähig. Der Präsident berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr. Zunächst gedachte die Versammlung der verstorbenen Mitglieder, darunter des letzten überlebenden Gründungsmitglieds, Heinrich Lehne. Die Arbeit der Geschäftsstelle läuft reibungslos; auch der Übergang der Chefredaktion der Zeitschrift GN vom alten Chefredakteur Marc Philipp Wahl auf den neuen Chefredakteur Martin Baer, wie auch sein Vorgänger vom Institut für Numismatik der Universität Wien, verlief unproblematisch. Bedingt durch die Altersstruktur verminderte sich die Mitgliederzahl auch im abgelaufenen Jahr. Der Kassenverlust im Jahr 2014 konnte durch Zugriff auf die Rücklagen ausgeglichen werden. Der Beitrag soll nicht erhöht, die Werbung neuer Mitglieder dafür verstärkt werden. Ein Geschenkabonnement der Zeitschrift GN soll im Herbst Firmen als Kundengeschenk angeboten werden, auch dadurch erhoffen wir neue Kontakte für Mitgliedschaften. Die Zinserträge unserer Rücklagen sind, bedingt durch das niedrige Zinsniveau, leider stark gesunken.  

Es folgten die Berichte des Schatzmeisters und der Prüfbericht der Kassenprüfer, die eine fehlerlose Arbeit bescheinigten. Dem Vorstand wurde in der anschließenden Abstimmung von der Versammlung mit 71 Stimmen bei 6 Enthaltungen ohne Gegenstimmen Entlastung erteilt. Als unabhängige Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2015 wurden ohne Gegenstimmen bei 2 Enthaltungen die Herren Töppel und Kaiser benannt, beide nahmen die Aufgabe dankenswerterweise an.

Es folgte der Vortrag von Dr. Robert Lehmann, Hannover. Sein Thema lautete „Die Münze als interdisziplinäre Quelle“. Auch dieser Vortrag erscheint als eigener Artikel des Referenten in den GN.

Den letzten Vortrag hielt Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha; sein Thema lautete „Auf dem schweren Weg zur Einheit Deutschlands. Die Währungsreform 1948 in ihren politischen, numismatischen und philatelistischen Wechselwirkungen“. Zum gleichen Thema war bereits in den GN 279/280 ein Beitrag des Autors erschienen; während darin vornehmlich die Zahlungsmittel behandelt wurden, erläuterte der Referent nun die Folgen für die Deutsche Reichspost in den vier Besatzungszonen. Das Währungsduell der Alliierten führte zur Trennung der Währungsgebiete, die erst mit der Wiedervereinigung 1989 aufgehoben wurde. Der alliierte Kontrollrat tagte im Gebäude des Preußischen Kammergerichts in Berlin, in dem zeitweilig auch der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler getagt hatte. Dieses große Gebäude hatte den Krieg ohne größere Schäden überstanden. Die Alliierte Militärbehörde gab neue Banknoten von ½  bis 1000 Mark heraus, die auf Pfennig lautenden Münzen blieben dagegen weiter im Umlauf. Münzen zu 1, 5 und 10 Reichspfennig wurden mit gleicher Gestaltung, aber ohne Hakenkreuz, in den Münzstätten in Ost- und Westdeutschland neu geprägt.

Die unterschiedlichen politischen Ziele in den verschiedenen Besatzungszonen führten zu komplexen und vielschichtigen Problemen. Die Sowjetseite unterband alle Aktionen der Westmächte, die ihren Interessen zuwider liefen; umgekehrt behinderten die diese alle Aktionen der sowjetischen Seite, die Zensur war wachsam. 1948/49 wurde von den USA das ERP-Programm aufgelegt, besser unter dem Namen Marshallplan bekannt; 12,4 Mrd. Dollar sollten die kriegszerstörte Wirtschaft in Europa wieder leistungsfähig machen. Die Hautprofiteure waren Großbritannien und Frankreich, jedoch sollte auch Deutschland einen erheblichen Betrag erhalten. Nachdem keine einheitlichen Regelungen für die Zukunft in allen Besatzungszonen zustande kamen, brachte die Währungsreform vom 20. Juni 1948 eine Trennung der Währungsgebiete; in Westdeutschland galt nun die Deutsche Mark (DM). Ein Kopfgeld von 40 DM und eine weitere Summe von 20 DM zu einem späteren Zeitpunkt wurde ausgegeben, auf Reichsmark lautende Guthaben 1:10 abgewertet.

Die sowjetische Seite zeigte sich durch die einseitige Währungsumstellung überrascht und protestierte, insgeheim war die Maßnahme dem Nachrichtendienst natürlich längst bekannt. Die zwangsläufige Folge war eine ähnliche Währungsreform einige Tage später in der SBZ, damit war die Reichsmark in allen vier Besatzungszonen ungültig. Neue Banknoten herzustellen benötige eine gewisse Zeit; daher erhielten alte Reichsbanknoten in der SBZ als Kennzeichen ihrer Umstellung auf die neue Währung einen Kupon, Kuponmark genannt, der wegen der geringen Qualität des verwendeten Leims aber schlecht hielt, eine typische Notlösung.

Als Ersatz für die älteren Briefmarken des untergegangenen Deutschen Reichs wurden zunächst auf Befehl des Kontrollrats einheitliche Ausgaben für die Deutsche Post erstellt, die zunächst nur Ziffern trugen. Eine folgende Ausgabe zeigte Handwerker und Bauern bei der Arbeit. Durch die Währungsreform in Westdeutschland und danach eine ähnliche Umstellung in der SBZ wurden diese Marken mit Posthornüberdruck, teils auch einen Abdruck des Bezirksstempels als Werte der jeweils neuen Währung gekennzeichnet. Vor den Währungsreformen waren zahlreiche Propagandakarten, teils ganze Hefte mit Briefmarken und Sonderstempeln erschienen, sie warben jeweils für die politischen Ziele der Herausgeber. Hauptziel der Sowjetischen Politik blieb die Einheit der vier Besatzungszonen in Deutschland und damit ihr Einfluss im gesamten besetzten Gebiet. In der SBZ begann die Umstellung der Währung am 24. Juni 1948. In den Tagen der Umstellung ergaben sich bei Postsendungen für Sammler interessante Mischfrankaturen, die teils nur an wenigen Tagen Verwendung fanden. Auf Reichsmark lautende Ausgaben bedurften dabei einer zehnfachen Freimachung, da blieb für die Anschrift oft nur wenig Raum. Für Sammler bietet sich hier eine durch zahlreiche kurzlebige Lösungen auffällige Zeit. Mit der nötigen Ausdauer und Geduld, dabei auch etwas Glück, kann diese Seite der Währungsreform für den Bereich der Post durch interessante Dokumente belegt werden, was dem Referenten mit zahlreichen Fotos eindrucksvoll gelang.

Höhepunkt des Tages war die Verleihung des  Ehrenpreises der Gesellschaft für das Jahr 2015 durch den Präsidenten an Frau Dr. Ute Wartenberg Kagan, Executive Director American Numismatic Society (ANS) aus New York. Die Laudatio hielt Prof. Bernhard Weisser aus Berlin, der den Weg der Geehrten von Saarbrücken über Oxford und London nach New York in die Direktion der ANS schilderte. Die versammelten Mitglieder zollten reichlichen Beifall für die eindrucksvollen wissenschaftlichen Leistungen einer deutschen Numismatikerin, die  in Deutschland, England und den USA erbracht wurden.

Den Abschluss der Tagung im Historischen Museum bildete das beliebte Lichtbilderquiz; unsere Mitglieder konnten ihr Wissen anhand von 36 Fragen aus der Welt der Numismatik von der Antike bis in die Gegenwart testen, wie immer waren Münzen und Literatur als interessante Preise zu gewinnen.

Ein gemeinsames Abendessen im Restaurant „Schwarzer Stern“ am Römerberg beschloss den ereignisreichen Tag. Dem Historischen Museum der Stadt Frankfurt sei Dank gesagt, dass die GIG ihre Jahresversammlung wieder in ihrem Haus abhalten durfte.

Für die in Frankfurt übernachtenden Mitglieder bot Dr. Frank Berger am Sonntagmorgen noch einen Stadtspaziergang unter dem Motto „Finanzplatz Frankfurt“ an. 38 interessierte Mitglieder konnten so noch einen Überblick über historisch interessante Plätze der Stadt gewinnen. Besucht wurden der Römer als Ort der Börse von 1575, das Haus Braunfels am Liebfrauenberg, wo im 18. Jahrhundert die Börse ansässig war. Auf dem Domhügel legte Karl der Große die Gemeinschaftswährung seines Reichs fest. Am Paulsplatz befand sich die Börse ab 1837, dort war auch der die Münzstätte von 1840, in der Nähe das Bankhaus Bethmann. Im Haus Zum Wechsel am Römerberg trafen sich die jüdischen Börsenbesucher. Der Rententurm im Historischen Museum diente den Zolleinnahmen; der Bernusbau, ebenfalls im Historischen Museum, erinnert an den bankrott gegangenen Bankier Bernus. Im Saalhof befand sich das Kontor des Bürgers und Geldmanns Jakob Knoblauch. Das Steinerne Haus war der Besitz des Kaufmanns Jakob Heller. An der Nicolaikirche befand sich seit 1402 der Wechsel. An der Südseite der alten Mainbrücke der Fundort eines Schatzes von Goldgulden aus dem 15. Jahrhundert. Im Haus Grimmvogel am Liebfrauenberg eröffnete die Commerzbank ihre erste Filiale in Frankfurt. Das Hotel Zum Schwan (heute Hugendubel) war der Ort der Reparationsverhandlungen im Jahre 1871 nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges. Die Zeilgalerie erinnert an die Pleite des Finanzinvestors Schneider mit im Volumen von 4 Mrd. DM. Das Gebäude der BfG-Bank und die beiden Standorte der Europäischen Zentralbank rundeten das Panorama ab. Mit dieser Veranstaltung war unsere gelungene Jubiläumsfeier beendet und die letzten Teilnehmer konnten Frankfurt mit vielen neuen Eindrücken wieder verlassen.

 

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